Was ich vor
laengerer Zeit in einem anderen Zusammenhang schrieb, scheint nun auch den Weg in
die Welt-Redaktion gefunden zu haben.
Schmunzeln musste ich ueber die neuesten Ausgeburten im
Fall El Masri. Man versucht hier, Geheimdienstler zu verklagen, weil sie einen mutmasslichen irregulaeren Kombatanten entfuehrt und fuer ein halbes Jahr in Guantanamo befragt haben.
Im gleichen Atemzug versucht die Partei, unter derer Regierung die Beziehung zu den USA extrem abkuehlten und die vehement die Schliessung Gitmos fordert, ihren jetzigen Aussenminister (und wohl auch letzten Aussenminister und vor allem natuerlich auch Kanzler) vor Unbill zu schuetzen, obwohl diese(r) eine aehnliche Situation zu verantworten hatte: Ein Mensch wurde 4 Jahre festgehalten und obwohl nach ca. einem Jahr eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der USA vorlag und man ja Camp Delta eh fuer nicht tragbar hielt, wollte man Kurnaz aus Sicherheitsbedenken nicht in Deutschland haben. Waren diese Sicherheitsbedenken nicht auch der Grund fuer die Errichtung Guantanamos? Warum sollte man dann Sicherheitsrisiken nicht einfach dabelassen, die heimische Idylle nicht zerstoeren, und weiterhin gegen eine Einrichtung wettern, mit der man eigentlich auch schon 30 Jahre frueher aus geringeren Gruenden Erfahrungen hat sammeln koennen?
Mir deucht, man hat in Regierungskreisen zu viel Orwell gelesen.
P.S.: Ueber die "Haft"bedingungen In Guantanamo gibt es viel Aufschlussreiches in
Zettels Raum zu lesen. Wohl bekomm's.