Donnerstag, Juni 29, 2006
Dienstag, Juni 27, 2006
Mal wieder Guantanamo
Nachdem in den letzten Tagen einige Medien ueber die Anstrengungen der USA berichtet haben, Insassen aus Guantanamo loszuwerden, hielt sich der Spiegel bisher bedeckt. Entweder dauern die Recherchen bei SpOn ein bisschen laenger, oder man versuchte mal wieder, irgendwas Negatives ueber die USA vorbringen zu koennen, sei es auch nicht selbstverschuldet. Aber immerhin musste man selbst im Spiegel-Gebaeude wohl feststellen, dass die USA nicht die einzigen Urheber der Probleme mit Guantanamo sind und dass vielleicht auch die Insassen, die man jetzt versucht loszuwerden, keine unbeschriebenen Blaetter sind. Denn aus welchen Gruenden sollten die Ursprungslaender der Inhaftierten ihnen sonst die Staatsbuergerschaft aberkennen wollen? Etwa aus Furcht, sich amerikanische Spione ins Land zu holen? Aus der Motivation, den USA noch eine Auswischen zu koennen? Ein Schelm, wer Boeses denkt.
Wie es uebrigens in den Gefaengnissen eines der groesseren Gitmo-Bashern aussieht, haben Statler & Waldorf letztens mitbekommen.
Wie es uebrigens in den Gefaengnissen eines der groesseren Gitmo-Bashern aussieht, haben Statler & Waldorf letztens mitbekommen.
Sonntag, Juni 25, 2006
Sport ist Mord
Wenn ich mir das hier anguck, bin ich doch ganz froh, gestern oder heute nicht auf dem Schlossplatz gewesen zu sein.
Dienstag, Juni 13, 2006
Wie kurz ist doch das kollektive Gedaechtnis
Wie SpOn berichtet, seien deutsche Politiker ueber Guantanamo und die Auslegung, dass es sich bei den drei Selbstmorden vor zwei Tagen um Akte der asymmetrischen Kriegsfuehrung handle, empoert. Interessanterweise wird in erster Linie die versiffte, ostdeutsche Konkurrenz zum Weihnachtsmann, Wolfgang Thierse herangezogen. Dieser Mann ist natuerlich repraesentativ fuer "deutsche Politiker". Ach halt, Ruprecht Polenz (nein, ich spinne die Analogie mit dem Weihnachtsmann und seinem Gefaehrten jetzt nicht weiter) wird ja auch noch zitiert. Na damit haben wir schon zwei deutsche Politiker und die Ueberschrift ist wieder in sich konsistent.
Ueber die laxe Auslegung Admiral Harris' kann man nun geteilter Meinung sein, an der Tatsache, dass Selbstmorde in nahoestlichen Kulturen als Mittel der Kriegsfuehrung bzw. des Terrorismus nicht unbedingt unbekannt (und auch nicht durch Verzweiflung motiviert) sind, gibt es aber nun wirklich nichts zu deuteln. Insofern ist der Vergleich vielleicht nicht unbedingt von der Hand zu weisen.
Was faellt nun aber auf? Man kann den beiden (fuer SpOns Zwecke) repraesentativen Volksvertretern natuerlich zugute halten, dass sie beide aus dem Osten unseres Landes kommen und von daher die einen oder anderen Vorgaenge im Westteil nicht miterlebt haben. Da aber selbst ich als spaetgeborener Fast-Westpole von den Ereignissen in Stuttgart-Stammheim weiss, kann es sich eigentlich nur um eins handeln: Verdraengung.
Im Uebrigen ist es kein feiner Zug, nachzutreten, wenn der Gegner schon auf dem Boden liegt, im Falle der USA also Anstrengungen unternimmt, die Anzahl der Insassen zu dezimieren (nein, Selbstmorde zaehlen da jetzt nicht unbedingt dazu).
Weiterhin gratuliere ich dem Transatlantic Forum zum einjaehrigen Bestehen. Auf dass ich von Euch noch viel Information und Inspiration schoepfen mag.
Ueber die laxe Auslegung Admiral Harris' kann man nun geteilter Meinung sein, an der Tatsache, dass Selbstmorde in nahoestlichen Kulturen als Mittel der Kriegsfuehrung bzw. des Terrorismus nicht unbedingt unbekannt (und auch nicht durch Verzweiflung motiviert) sind, gibt es aber nun wirklich nichts zu deuteln. Insofern ist der Vergleich vielleicht nicht unbedingt von der Hand zu weisen.
Was faellt nun aber auf? Man kann den beiden (fuer SpOns Zwecke) repraesentativen Volksvertretern natuerlich zugute halten, dass sie beide aus dem Osten unseres Landes kommen und von daher die einen oder anderen Vorgaenge im Westteil nicht miterlebt haben. Da aber selbst ich als spaetgeborener Fast-Westpole von den Ereignissen in Stuttgart-Stammheim weiss, kann es sich eigentlich nur um eins handeln: Verdraengung.
Im Uebrigen ist es kein feiner Zug, nachzutreten, wenn der Gegner schon auf dem Boden liegt, im Falle der USA also Anstrengungen unternimmt, die Anzahl der Insassen zu dezimieren (nein, Selbstmorde zaehlen da jetzt nicht unbedingt dazu).
Weiterhin gratuliere ich dem Transatlantic Forum zum einjaehrigen Bestehen. Auf dass ich von Euch noch viel Information und Inspiration schoepfen mag.
Montag, Juni 12, 2006
Die Loesung aller Probleme...
... ist nicht 42 (denn das ist ja nur die Antwort auf alle Fragen) und ist auch hier noch nicht gefunden, allerdings scheint sich die Palaestina-Problematik selbst in die Hand zu nehmen.
Auch im Kampf gegen den internationalen radikal-islamischen Terror scheint eine Loesung gefunden zu sein. Ich bin dafuer, auf deutscher Seite Adenauer einzusetzen.
Auch im Kampf gegen den internationalen radikal-islamischen Terror scheint eine Loesung gefunden zu sein. Ich bin dafuer, auf deutscher Seite Adenauer einzusetzen.
Donnerstag, Juni 08, 2006
Fahrbericht
Nach einiger Zeit habe ich mir mal wieder ein Auto ausgeliehen. Das letzte Mal verlief ja eher ernuechternd.
Da ich diesmal auch ein paar Kilometer weiter fahren musste (700 pro Strecke und dann nochmal ein bisschen am Bestimmungsort), bestellte ich mir bei dem schwarz-orangen Autovermieter mittwochs einen Mercedes E280 CDI vor, man will ja schliesslich bequem und zuegig unterwegs sein. Als Alternative waeren noch ein BMW 525d und ein Audi A6 2.7 TDI moeglich gewesen.
Am spaeten Freitag nachmittag betrat ich also die naechstgelegene Niederlassung besagten Autovermieters. 20 Minuten vor vereinbartem Termin zwar, aber immerhin hatte man genuegend Zeit, sich darum gekuemmert zu haben, dass das Auto vor der Tuer (oder zur Not auch im Parkhaus) steht.
Moechte man meinen.
Ich wurde mit den Worten "Wir wissen im Moment gerade nicht, wo Ihr A6 steht. Wir koennen ihn nicht finden" begruesst. Na klasse. "Aber Sie haben ja eh erst gegen 17:00 Uhr bestellt". Ja, habe ich. Ich zueckte also meine FAZ und fing an zu lesen. Nach fuenf Minuten wurde ich gefragt, ob ich denn auch einen Jeep nehmen wuerde. Jeep? Och, gegen einen Cherokee oder gar Grand Cherokee haette ich nichts einzuwenden gehabt. Allerdings erhielt ich auf die Frage "Um was fuer einen Jeep handelt es sich denn?" ein genuscheltes "X3". Nach dem zweiten Mal habe ich es dann auch verstanden.
Nun gut, ein X3. Ist zwar kein Benz, ist auch nicht die gleiche Groessenordnung, aber bevor ich noch Stunden darauf warte, bis sich mein A6 auffinden lassen sollte (oder auch nicht), willigte ich ein. Aus der letzten Erfahrung bezueglich Schaeden einiges gelernt habend, verlangte ich auch gleich nach Vollkasko, was einen Aufpreis von 50% nach sich zog. Weiterhin wurde mir gesagt, dass fuer die bestellte Klasse die Selbstbeteiligung bei 750EUR liegen wuerde. Da ich keine Lust auf eine Verdoppelung des Mietpreises hatte, willigte ich zaehneknirschend ein, nur um hernach festzustellen, dass auf dem Mietvertrag eine Selbstbeteiligung von 950EUR eingetragen war. Auf Nachfrage und nach einigem Rumgehacke auf der Tastatur sagte mir die Dame hinter dem Schalter, dass es ihr leid tue und dass fuer das angemietete Auto die Selbstbeteiligung hoeher sei als fuer das angemietete und dass sie daran jetzt auch nichts mehr aendern koenne.
Die naechste Ueberraschung erlebte ich dann, nachdem der X3 vor der Tuer stand (ja, das Auto ist potthaesslich, aber das meine ich nicht): Ein Druck auf die Kofferraumentriegelung des Schluessels eines Mercedes fuehrt dazu, dass sich der Kofferraum, nun ja, oeffnet, will sagen: Die Klappe geht auf. Derartig verwoehnt drueckte ich also einige Male erfolglos auf die Kofferraumentriegelung des BMW-Schluessels. Die Klappe blieb geschlossen. Irgendwann fiel mir auf, dass die Kofferraumbeleuchtung an war. Ein leichter Zug an der Kofferraumklappe und sie oeffnete sich, aber wie gesagt: Nicht selbsttaetig.
Meine Frage nun: Wie soll man mit zwei Tueten in den Armen trotz Funkfernbedienung den Kofferraum aufbekommen? Erster Minuspunkt.
Weiterhin handelte es sich um ein Fahrzeug mit Schaltgetriebe. Fuer gewoehnlich wuerde ich das jetzt unmittelbar und sofort als Minuspunkt werten (meine Schulter machte es zumindest), da es sich aber um einen BMW handelt, die ja angeblich legendaer gute Schalter verbauen, gab ich diesem Getriebe eine Chance.
Dass Schaltgetriebe war vielleicht nicht die schlechteste Option, denn ich erhielt, wie sich an der Tankstelle gegenueber, wo ich auf meinen Mitfahrer wartete, herausstellte, einen X3 2.0d. Das Aggregat liefert 150PS und 330Nm. In einem Auto mit max. 1,2to Leergewicht koennte das vielleicht sogar etwas Spass machen, ein Blick in den Fahrzeugschein liess mich an der "Freude am Fahren" allerdings etwas zweifeln: Das Feld fuer das Leergewicht war mit 1830 gefuellt. Meine Zweifel bestaetigten sich spaeter auf dem Beschleunigungsstreifen auf der Autobahn und an diversen Steigungen. Die "Leistungsentfaltung" laesst sich bestenfalls als lethargisch beschreiben.
Zweiter Minuspunkt.
Was dem X3 2.0d an Spritzigkeit fehlt, macht er allerdings doppelt und dreifach durch die Lautstaerke wett. Beim Beschleunigen unangepasst knurrig (in etwa wie meine Vespa: laut und phlegmatisch), versteht man in dem Auto ab 170km/h kaum noch sein eigenes Wort. Zumindest dann nicht, wenn man mit normaler Stimme spricht.
Dritter Minuspunkt.
Ueber die Qualitaetsanmutung im Innenraum will ich kein weiteres Wort verlieren. Nur so viel: Sie ist eines 34000EUR-Autos nicht wuerdig.
Vierter Minuspunkt.
Komfort. Kom-was? Ich bin ja nun einiges gewohnt, verstehe auch, dass Gelaendewagen etwas straffer abgestimmt sind (wobei ich wirklich an den Gelaendefaehigkeiten eines X3 zweifle - ich habe sie allerdings nicht auf die Probe gestellt), was sich BMW mit dem X3 aber geleistet hat, geht auf keine Kuhhaut. Strecken von ueber 200km arten zu einer Tortur aus, Bodenwellen werden wie in einem Go-Kart abgefangen. Der Kommentar meiner Mutter nach einer 3km-Mitfahrt: "Da ist ja meine A-Klasse komfortabler".
Minuspunkt #5.
Nun moechte man meinen, dass, da es sich um einen Diesel handelte, der Verbrauch akzeptabel war, hier nun also ein Pluspunkt zu vergeben ist. Dem ist natuerlich nicht so. Der Verbrauch lag bei ~160km/h bei 11l/100km, bei Vollgas noch ein gutes Stueck darueber. Auf der Rueckfahrt schaffte ich es fast, den Verbrauch auf 9l/100km zu druecken. Angegeben ist er mit 7,2l/100km. Ich bezweifle nicht, dass dieser Wert erreichbar ist, er ist aber alles andere als realitaetsnah.
#6
Weiterhin besitzt der X3 sowas wie Trittbretter. Fuer richtige Trittbretter sind sie allerdings viel zu schmal und zu weit oben, erfuellen also nur die Funktion eines Design-Gimmicks. Waehrend sich der Einstieg fuer Nicht-Rocktraeger noch akzeptabel gestaltet, ist der Ausstieg fast noch unbequemer als die Sitze, von denen man sich gerade versucht zu loesen. Man hat die Wahl, entweder einen wirklich grossen Schritt ueber das Trittbrett zu machen, was selbst fuer einen 1,95m-Mann wie mich nicht trivial ist und bei verschmutztem Fahrzeug (z.B. nach einer Gelaendefahrt) nicht ohne verdreckter Hosenbeine von statten geht, oder man benutzt das Trittbrett und riskiert, aufgrund der mangelnden Breite abzurutschen.
Minuspunkt 7.
Der Leser mag sich nun fragen "Gab es denn gar keine positiven Punkte an dem Auto?", worauf ich antworte: Doch! Die gab es. OK, eigentlich war es nur einer: Der X3 hat ein wunderbar grosses Glasschiebedach, das fast Landaulet-Feeling aufkommen lassen koennte. Dummerweise hat mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und ab 80km/h ist zudem der Geraeuschpegel bei geoeffnetem Dach unertraeglich laut. Ich vergebe hier also einen Gnadenpunkt, obwohl man auch dieses Ausstattungsmerkmal mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen muss.
Erster und einziger Pluspunkt.
Resumee: Mit Pauken und Trompeten durchgefallen.
Es stellte sich weiterhin heraus, dass der X3 billiger war, als das eigentlich angemietete Auto. Nach Schilderung der o.g. Maengel und dem Hinweis auf den Mietpreis und die hoehere Selbstbeteiligung (die ich diesmal zum Glueck unangetastet lassen konnte), erhielt ich einen Rabatt von 16%. Das lindert etwas die Enttaeuschung, diese Erfahrung wird mich aber fuer die Zukunft davon abhalten, nochmals ein Fahrzeug bei diesem Vermieter anzumieten.
Da ich diesmal auch ein paar Kilometer weiter fahren musste (700 pro Strecke und dann nochmal ein bisschen am Bestimmungsort), bestellte ich mir bei dem schwarz-orangen Autovermieter mittwochs einen Mercedes E280 CDI vor, man will ja schliesslich bequem und zuegig unterwegs sein. Als Alternative waeren noch ein BMW 525d und ein Audi A6 2.7 TDI moeglich gewesen.
Am spaeten Freitag nachmittag betrat ich also die naechstgelegene Niederlassung besagten Autovermieters. 20 Minuten vor vereinbartem Termin zwar, aber immerhin hatte man genuegend Zeit, sich darum gekuemmert zu haben, dass das Auto vor der Tuer (oder zur Not auch im Parkhaus) steht.
Moechte man meinen.
Ich wurde mit den Worten "Wir wissen im Moment gerade nicht, wo Ihr A6 steht. Wir koennen ihn nicht finden" begruesst. Na klasse. "Aber Sie haben ja eh erst gegen 17:00 Uhr bestellt". Ja, habe ich. Ich zueckte also meine FAZ und fing an zu lesen. Nach fuenf Minuten wurde ich gefragt, ob ich denn auch einen Jeep nehmen wuerde. Jeep? Och, gegen einen Cherokee oder gar Grand Cherokee haette ich nichts einzuwenden gehabt. Allerdings erhielt ich auf die Frage "Um was fuer einen Jeep handelt es sich denn?" ein genuscheltes "X3". Nach dem zweiten Mal habe ich es dann auch verstanden.
Nun gut, ein X3. Ist zwar kein Benz, ist auch nicht die gleiche Groessenordnung, aber bevor ich noch Stunden darauf warte, bis sich mein A6 auffinden lassen sollte (oder auch nicht), willigte ich ein. Aus der letzten Erfahrung bezueglich Schaeden einiges gelernt habend, verlangte ich auch gleich nach Vollkasko, was einen Aufpreis von 50% nach sich zog. Weiterhin wurde mir gesagt, dass fuer die bestellte Klasse die Selbstbeteiligung bei 750EUR liegen wuerde. Da ich keine Lust auf eine Verdoppelung des Mietpreises hatte, willigte ich zaehneknirschend ein, nur um hernach festzustellen, dass auf dem Mietvertrag eine Selbstbeteiligung von 950EUR eingetragen war. Auf Nachfrage und nach einigem Rumgehacke auf der Tastatur sagte mir die Dame hinter dem Schalter, dass es ihr leid tue und dass fuer das angemietete Auto die Selbstbeteiligung hoeher sei als fuer das angemietete und dass sie daran jetzt auch nichts mehr aendern koenne.
Die naechste Ueberraschung erlebte ich dann, nachdem der X3 vor der Tuer stand (ja, das Auto ist potthaesslich, aber das meine ich nicht): Ein Druck auf die Kofferraumentriegelung des Schluessels eines Mercedes fuehrt dazu, dass sich der Kofferraum, nun ja, oeffnet, will sagen: Die Klappe geht auf. Derartig verwoehnt drueckte ich also einige Male erfolglos auf die Kofferraumentriegelung des BMW-Schluessels. Die Klappe blieb geschlossen. Irgendwann fiel mir auf, dass die Kofferraumbeleuchtung an war. Ein leichter Zug an der Kofferraumklappe und sie oeffnete sich, aber wie gesagt: Nicht selbsttaetig.
Meine Frage nun: Wie soll man mit zwei Tueten in den Armen trotz Funkfernbedienung den Kofferraum aufbekommen? Erster Minuspunkt.
Weiterhin handelte es sich um ein Fahrzeug mit Schaltgetriebe. Fuer gewoehnlich wuerde ich das jetzt unmittelbar und sofort als Minuspunkt werten (meine Schulter machte es zumindest), da es sich aber um einen BMW handelt, die ja angeblich legendaer gute Schalter verbauen, gab ich diesem Getriebe eine Chance.
Dass Schaltgetriebe war vielleicht nicht die schlechteste Option, denn ich erhielt, wie sich an der Tankstelle gegenueber, wo ich auf meinen Mitfahrer wartete, herausstellte, einen X3 2.0d. Das Aggregat liefert 150PS und 330Nm. In einem Auto mit max. 1,2to Leergewicht koennte das vielleicht sogar etwas Spass machen, ein Blick in den Fahrzeugschein liess mich an der "Freude am Fahren" allerdings etwas zweifeln: Das Feld fuer das Leergewicht war mit 1830 gefuellt. Meine Zweifel bestaetigten sich spaeter auf dem Beschleunigungsstreifen auf der Autobahn und an diversen Steigungen. Die "Leistungsentfaltung" laesst sich bestenfalls als lethargisch beschreiben.
Zweiter Minuspunkt.
Was dem X3 2.0d an Spritzigkeit fehlt, macht er allerdings doppelt und dreifach durch die Lautstaerke wett. Beim Beschleunigen unangepasst knurrig (in etwa wie meine Vespa: laut und phlegmatisch), versteht man in dem Auto ab 170km/h kaum noch sein eigenes Wort. Zumindest dann nicht, wenn man mit normaler Stimme spricht.
Dritter Minuspunkt.
Ueber die Qualitaetsanmutung im Innenraum will ich kein weiteres Wort verlieren. Nur so viel: Sie ist eines 34000EUR-Autos nicht wuerdig.
Vierter Minuspunkt.
Komfort. Kom-was? Ich bin ja nun einiges gewohnt, verstehe auch, dass Gelaendewagen etwas straffer abgestimmt sind (wobei ich wirklich an den Gelaendefaehigkeiten eines X3 zweifle - ich habe sie allerdings nicht auf die Probe gestellt), was sich BMW mit dem X3 aber geleistet hat, geht auf keine Kuhhaut. Strecken von ueber 200km arten zu einer Tortur aus, Bodenwellen werden wie in einem Go-Kart abgefangen. Der Kommentar meiner Mutter nach einer 3km-Mitfahrt: "Da ist ja meine A-Klasse komfortabler".
Minuspunkt #5.
Nun moechte man meinen, dass, da es sich um einen Diesel handelte, der Verbrauch akzeptabel war, hier nun also ein Pluspunkt zu vergeben ist. Dem ist natuerlich nicht so. Der Verbrauch lag bei ~160km/h bei 11l/100km, bei Vollgas noch ein gutes Stueck darueber. Auf der Rueckfahrt schaffte ich es fast, den Verbrauch auf 9l/100km zu druecken. Angegeben ist er mit 7,2l/100km. Ich bezweifle nicht, dass dieser Wert erreichbar ist, er ist aber alles andere als realitaetsnah.
#6
Weiterhin besitzt der X3 sowas wie Trittbretter. Fuer richtige Trittbretter sind sie allerdings viel zu schmal und zu weit oben, erfuellen also nur die Funktion eines Design-Gimmicks. Waehrend sich der Einstieg fuer Nicht-Rocktraeger noch akzeptabel gestaltet, ist der Ausstieg fast noch unbequemer als die Sitze, von denen man sich gerade versucht zu loesen. Man hat die Wahl, entweder einen wirklich grossen Schritt ueber das Trittbrett zu machen, was selbst fuer einen 1,95m-Mann wie mich nicht trivial ist und bei verschmutztem Fahrzeug (z.B. nach einer Gelaendefahrt) nicht ohne verdreckter Hosenbeine von statten geht, oder man benutzt das Trittbrett und riskiert, aufgrund der mangelnden Breite abzurutschen.
Minuspunkt 7.
Der Leser mag sich nun fragen "Gab es denn gar keine positiven Punkte an dem Auto?", worauf ich antworte: Doch! Die gab es. OK, eigentlich war es nur einer: Der X3 hat ein wunderbar grosses Glasschiebedach, das fast Landaulet-Feeling aufkommen lassen koennte. Dummerweise hat mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und ab 80km/h ist zudem der Geraeuschpegel bei geoeffnetem Dach unertraeglich laut. Ich vergebe hier also einen Gnadenpunkt, obwohl man auch dieses Ausstattungsmerkmal mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen muss.
Erster und einziger Pluspunkt.
Resumee: Mit Pauken und Trompeten durchgefallen.
Es stellte sich weiterhin heraus, dass der X3 billiger war, als das eigentlich angemietete Auto. Nach Schilderung der o.g. Maengel und dem Hinweis auf den Mietpreis und die hoehere Selbstbeteiligung (die ich diesmal zum Glueck unangetastet lassen konnte), erhielt ich einen Rabatt von 16%. Das lindert etwas die Enttaeuschung, diese Erfahrung wird mich aber fuer die Zukunft davon abhalten, nochmals ein Fahrzeug bei diesem Vermieter anzumieten.
