Freitag, Januar 27, 2006

men in uniform

Gepostet am: 25.01.2006, 13:47 Uhr

Wunderschoenes Lied von And One. Mehr davon! Lasst mich in Selbstmitleid und Bedauern versinken.
Warum eigentlich? Um es mit den Worten von Beth Gibbons, ihres Zeichens Vokalistin bei der grossartigen Band Portishead, zu fassen: "It's that funny time of year". Es ist schweinekalt draussen, es ist bedeckt, meine Hypophyse langweilt sich mal wieder.
Und auch sonst... alles scheisse.
Ich muss nochmal raus zur Post. Und vielleicht sollte ich auch die Dinge einkaufen, die ich heute morgen vergessen habe.

UND WER HAT HIER EIGENTLICH, VERDAMMTNOCHMAL, AND ONE AUFGELEGT???
Ist ja kein Wunder, dass man da depressiv wird!

Was kostet die Welt?

Gepostet am: 16.01.2006, 19:34 Uhr

Ich war heute wieder mal in Karlsruhe. Bei der Firma mit den sieben gruenen Buchstaben. Zum Vorstellungsgespraech.
Eigentlich hat mir die Stellenbeschreibung ja schon ein bisschen Angst gemacht. Das relativierte sich aber bei genauerer Erlaeuterung und ich musste zu meinem Erstaunen feststellen, dass das, was mein Aufgabenbereich waere, sollte ich denn genommen werden, gar nicht so unaehnlich zu meinem Aufgabenbereich waehrend der Praxisphasen im Studium ist. Der einzige Unterschied ist, dass es im Studium um Autos und in Karlsruhe um Fertigungsanlagen geht.
Nein, ich weiss natuerlich noch nicht, ob ich die Stelle habe. Allerdings hoffe ich, dass ich morgen im diese Zeit drei Quentchen (ja, ich weigere mich, das mit 'ae' zu schreiben! Wider der NDRR!) schlauer bin.
Da die Bahnverbindung zwischen KA und S einfach nur hervorragend ist, habe ich die Zeit genutzt, und war (mal wieder) ein bisschen shoppen. Ich habe mir ein weisses Hemd, Umberto Ecos "Im Namen der Rose" und zu allem Ueberfluss einen 1GB-MP3-Player von Samsung mit vernuenftige(re)n Kopfhoerern von Sony rausgelassen.
JETZT WIRD GEROCKT!!!11!elf

Ich dachte mir, lieber 220EUR fuer Dinge, an denen man lange Freude hat, als 540EUR fuer einen Monat Miete :->

So long und bis zum naechsten Mal,

B.Glueckt

Hilfe, ich bin eine Frau.

Gepostet am: 31.12.2005, 12:37 Uhr

Nach meinem gestrigen Erlebnis (s.u.) musste ich heute erstmal einen Frustkauf taetigen. Als waere dies noch nicht feminin genug, war ich - obacht! - Schuhe kaufen! Aber auch das laesst sich steigern. Wenn Maenner schon Schuhe kaufen gehen, suchen sie sich ein paar aus, lassen sich das einpacken und ziehen wieder von dannen. Nach 10 Minuten und voellig ohne Beratung ist der Spuk vorbei. Anders bei mir. Dank meines sicheren Haendchens suchte ich mir natuerlich instinktiv die teuersten Schuhe aus, die der Laden zu bieten hatte und die mein Preislimit eigentlich ueberschritten. Da mir die Goldene AmEx noch (!!!) fehlt und auch die Anzahl der gruenen oder gelben (oder gar violetten) Scheine stark begrenzt, wenn nicht gar nicht-existent ist, suchte ich also weiter. Meine Wahl fiel auf zwei Paar anzugfaehige Schuhe. Da ich mich nicht entscheiden konnte, meine Schwester mir auch keine grosse Hilfe war und auch die zu Rate gezogene Verkaeuferin mir keinen definitiven Ratschlag geben konnte, entschied ich mich einfach fuer: beide. Aber auch hier sollte sich mein Sonntagskindbonus niederschlagen. Das Paar Camels war schon von 105EUR auf 70EUR reduziert, da ich aber gerade rechtzeitig kam, wurde der Preis nochmal um 10EUR reduziert (die Verkaeuferin war gerade am auspreisen). Das andere Paar war auch um einige Euros (ca. 40%) reduziert, in Kombination habe ich also zwei zum Preis von einem bekommen. Top!
Zuhause angekommen musste ich feststellen, dass das zweite Paar Schuhe auf meinen Namen hoert. Top!
Das neue Jahr kann einfach nur perfekt werden.

Fucking 2005, happy 2006!

Gepostet am: 30.12.2005, 22:42 Uhr

YES! Das, was ich mir von Herzen wuenschte: Ein beschissener Ausklang zu einem beschissenen Jahr.
Aber von vorne und wieder ein Einblick in mein tiefes (Seelen-) Leben.
Alles fing am 19.12.2003 an. Meine damalige Freundin und sowas wie Lebensgefaehrtin schenkte mir (Verfrueht) zu Weihnachten zwei Graupapageien.
Die Gruende hierfuer sind vielfaeltig. Einer mag sowas wie Liebe gewesen sein, ein anderer vielleicht kuehle Berrechnung, ein dritter das Wissen um meine Affektion bezueglich der Graupapageien meiner Mutter.
Da meine damalige Vermieterin so allmaehlich spitzbekam, dass ich nicht mehr allein, sondern mit Freundin und zwei Voegeln ihre Wohnung bewohnte, machte sie mir im weiteren Verlauf die Hoelle heiss, beging Rufmord, beleidigte massiv, etc, etc.
Das Ende vom Lied war, dass meine Ex und ich uns eine neue, groessere Wohnung suchten und auch eine fanden, die allerdings eines massiven Renovierungsaufwandes bedurfte. Schon im Laufe der einmonatigen Renovierung zeigte sich eigentlich, wessen Geistes Kinde die Vermieterin eigentlich war. Es trafen zwei Klischees voellig zu:
1) Schwaben sind geizig sparsam
2) Die erste Generation baut ein Imperium auf, die zweite verwaltet es, die dritte studiert Kunst und die vierte reitet es in Grund und Boden.
Meine Vermieterin gehoert der dritten Generation an, ist diplomierte Schmuckdesignerin (hier nun ein maechtiges WTF???) und hat waehrend der Verteilung der Renovierungskosten um jeden Heller und Pfennig gefeilscht, dass es eine wahre Freude war.
Nach der Renovierung sah der status quo in etwa wie folgt aus:
Die gesamte Wohnung mit Ausnahme der Waschmaschine haengt an einem einzigen Sicherungsautomaten.
Von 82qm Wohnflaeche sind vielleicht 45% beheizbar (zwei von 3,5 Zimmern haben einen Gaseinzelofen, die anderen 1,5 Zimmer und die Kueche sind unbeheizt, im Bad befindet sich ein raeudiger, alter Heizluefter von vorm Kriech). Dies wirkte sich in Konjunktion mit einer unbeheizten Wohnung unter der meinigen dahingehend aus, dass im Winter 2004/2005 im designierten Schlafzimmer 4 Grad ueber dem Gefrierpunkt herrschten.
Des weiteren ist die Isolierung unter aller Sau (Temperaturunterschiede von 5 bis 10 Grad in den beheizten Zimmern sind die Normalitaet) und die Fenster schliessen nicht richtig (um letzten Punkt mal zu verdeutlichen: Wenn man das geschlossene Fenster noch ein wenig zudrueckt, verringert sich der Strassenlaerm merklich. Sogar fuer einen Blinden mit Krueckstock).
Um das Temperaturproblem zu loesen, wurde mir durch meine Hausverwalterin zugetragen, dass es meine Vermieterin mir gestatte, einen Gaseinzelofen im Schlafzimmer auf meine Kosten aufstellen zu lassen. Jetzt kommt der Clou: Dieser Ofen solle in einem der beiden beheizten Raeume abgebaut werden und die nicht mehr benoetigten Gaszu- und -ableitungen natuerlich auch auf meine Kosten wieder beseitigt werden*.

Waehrend der Renovierung und der Beseitigung der Tapeten fielen uns erstmal massiv Brocken aus der Wand entgegen. Bilder der Renovierung werde ich bei Gelegenheit nachreichen. Der Maler hat 400kg Kalk und Putz in den Waenden verbaut, damit sie wieder glatt sind (das ging aber eindeutig zu Lasten der Vermieterin).

Meine Kosten beliefen sich u.a. in der Verfliesung der Arbeitsecke der Kueche, der Auslage von Laminat, dem Streichen der Waende, etc, etc, summa summarum ein recht annehmbarer vierstelliger Betrag.

Einzug war (unrenoviert) am 1.5.04, meiner Ex und der Voegel habe ich mich Anfang 2005 (can you say "What a shitty year"?) entledigt, bisher gab es auch keine Unregelmaessigkeiten in der Mietzahlung. Dies aenderte sich allerdings durch meine momentane Beschaeftigungssituation (einer quasi nicht vorhandenen) und eines massiven finanziellen Notstands mit komplette ueberreiztem Dispo.
Fuer Dezember war es mir nicht moeglich, die Miete zu bezahlen. Ob ich es im Januar schaffen werde, ist angesichts der Tatsache, dass mir meine Bank den Dispo um 500EUR gekuerzt hat, eher unwahrscheinlich. Zur Klaerung meiner Verhaeltnisse: Arbeitslosengeld und Wohngeld zusammen liegen um gerade 40EUR hoeher als meine Warmmiete. Dazu kommen dann noch Kommunikationskosten und ab und an will man ja auch mal was trinken oder gar essen.

Vor ca. 3 Stunden erhielt ich einen Anruf meiner Hausverwalterin, der meine Situation bekannt ist, in der sie mir offenbarte, dass beim zweiten Mietzahlungsausfall die fristlose Kuendigung ausgesprochen werden wird. Sie fragte mich ausserdem, was ich von der Vermieterin erwarte. Meine Antwort war, dass ich erwarte, dass sich die Vermieterin um ihre Objekte kuemmere (nein, die Frau ist nicht arm, nein die Frau hat nicht nur eine vermietete Wohnung, ich denke eher, dass sie sich mit den Mieteinnahmen ein wunderbares Leben in Australien finanziert [/spekulier]).
Ich freue mich zumindest schon auf die Rueckkehr in heimische Gefilde und da ganz besonders ueber den Inhalt meines Briefkastens. Hoffentlich habe ich eine Zusage fuer eine Stelle in Karlsruhe, weit weg von beknackten, schwaebischen Vermietern. Denn so, wie ich die Sache sehe, wird auch dieses Mietverhaeltnis wieder mit einem Rechtsstreit enden. Und zwei von zwei Mietverhaeltnissen gerichtlich beendet zu haben, klingt doch nach einem gar nicht so schlechtem Schnitt. Gluecklicherweise bin ich diesmal im Mieterschutzverein.

Selbstredend werde ich Euch auf dem Laufenden halten.

Bis zum naechsten Mal und ein verdammt geiles und erfolgreiches 2006.

Mister M

*) Aufruf an die Leserschaft: Wenn mir jemand die Logik erklaeren kann: die Kommentarfunktion ist geschaltet.

Wahnsinn(ig)

Gepostet am: 29.12.2005, 18:10 Uhr

Es gibt Dinge, die sollte man mal erlebt haben und es gibt Dinge, die muss man nicht erlebt haben. Und dann gibt es natuerlich noch Dinge, die man erlebt hat, um sie dann weiterzuerzaehlen.
Die Fahrweisen in Osteuropa gehoeren zweifelsohne dazu.
Persoenlich finde ich es ja schon immer recht kritisch, bei Gegenverkehr einen LKW zu ueberholen. Ich finde es auch recht seltsam, auf einer Landstrasse mit 75 durch einen LKW ueberholt zu werden, auch wenn ich selber in einem sitze (Anmerkung: Wir reden hier nicht von popeligen 7,5-Tonnern, sondern von LKWs, sprich: Sattel-/Gliederzuege mit 40to zGG). Wo dann allerdings der Spass wirklich aufhoert ist, wenn man, 75km/h im LKW fahrend, bei Gegenverkehr auf der Landstrasse von einem LKW ueberholt wird. Das sind dann Momente, in denen ich mich frage, was die Deutschen eigentlich fuer Probleme mit der StVO haben.
Wie ich dazu gekommen bin, ein solches Erlebnis erleben zu duerfen? Wie ich im letzten Blog-Eintrag schon beilaeufig erwaehnte, verbringe ich die Feiertage bei meiner Familie im tiefsten - momentan verscheiten - Dunkeldeutschland, mein Stiefvater hat ueber die Feiertage kein frei bekommen und musste noch eine Tour nach Ungarn fahren, die er alleine bis heute aber nicht geschafft haette, also bin ich aus purer Solidaritaet und Naechstenliebe (OK, und um mal wieder just for fun auf dem Bock zu sitzen) mitgefahren. Die erste Tour fuehrte uns nach Polen und ich durfte mich dann mitten in der Nacht an ein voellig neues Fahrzeug gewoehnen.
Am naechsten Tag in Polen beladen, sind wir dann weiter, an Dresden vorbei und mit einem Abstecher durch das Erzgebirge (im Winter ein echter Traum!), ueber die E55 (auf der Ruecktour lief an dieser Stelle die Spider Murphy Gang...) Richtung Prag, von da aus ueber die Slowakei, nach Ungarn gefahren.
Ziel der Reise: Ein Logistikstuetzpunkt direkt an der Autobahn, kurz vor Budapest.
Ankunft: Mittwoch morgen gegen halb 5 (morgens!).
Hier habe ich nun auch rausgefunden, wie man Lagerarbeiter zum Arbeiten motivieren kann. Man nehme einige Flaschen Bier und stelle sie auf die Ladeflaeche.
Resultat: Der Kollege mit weniger Ladung und frueherem Entladetermin stand immer noch an der Rampe, als sich unsereins schon wieder auf dem Weg nach Bratislava befand.
Hier zeigte sich auch sofort, warum die ehemalige Tschoslowakei einen so guten Ruf als Wintersportgebiet geniesst: Berge und Schnee, von beidem eigentlich genug. Fuer manche Motoristi war es dann doch etwas zu viel und man suchte sein Heil am Strassenrand, im Strassengraben oder - wenn man es gleich richtig machen wollte - auch am Baum hinter der Boeschung. Persoenlich wuerde mich dann das Stehen in der Kaelte ein bisschen annerven, aber das soll jeder fuer sich selbst entscheiden.
Kaum in Tschechien, zeigten sich die wahren Tuecken des Wetters: der Schnee war festgefahren, es bildeten sich pro Fahrspur zwei dunkle Rillen heraus, man waere also geneigt, der Strasse ein gewisses Mass an Griffigkeit nicht absprechen zu wollen.
Selten lag ich so verkehrt! Es ist kein schoenes Gefuehl, wenn bei der Zugmaschine bei 70 km/h auf einmal das Heck anfaengt zu taenzeln und der Tacho schlagartig auf 80 hochschnellt. Aber ohne Schwung den Berg hochzufahren waere auch keine Option, weil wir dann vermutlich noch naechstes Jahr da stehen wuerden. Also versucht man natuerlich, die Geschwindigkeit weitgehend beizubehalten und malt sich schon in den schillerndsten Schwarztoenen aus, wie das erst bei *richtigen* Bergen wird (die zu dem Zeitpunkt noch vor uns lagen).
Wieder Erwarten waren die naechsten Berge nicht mehr ganz so glatt und wir konnten relativ problemlos unsere Fahrt fortfuehren. Kurz hinter Prag gab es dann das letzte Mal einen Fahrerwechsel und ich konnte mich dann fuer den Rest der Fahrt wieder auf dem Beifahrersitz bequem machen.
Wieder einmal war uns das Glueck holder als der Verstand, naemlich dann, als wir im Radio hoerten, dass der Grenzuebergang Zinnwald, der auf unserer Reiseroute lag, fuer LKWs gesperrt sei - in der Gegenrichtung!
Nachdem wir nun also auch hier relativ unbehellig und unbeschadet vorbeigekommen sind, gab es keine weiteren Attraktionen und auch ich wechselte. Meine Position von Beifahrersitz auf Pritsche und meinen Zustand von wach auf schlafend.
Puenktlich um halb drei in der Nacht kamen wir dann endlich auf dem heimischen Hof an.

Alles in allem mal wieder eine nette Abwechslung, das naechste Mal werde ich aber versuchen, die Tour mit mehr Zeit, Geld und kleinerem Auto zu unternehmen, da es, wie ich feststellen musste, einige wirklich huebsche Ecken auf dem Weg zu sehen gab.

Im Uebrigen kann ich diese Erfahrung nur jedem Schwarzmaler und Noergler empfehlen.
Denn dort sieht man auch mal, wie unsere direkten Nachbarn leben und kann daraus schliessen, wie gut es uns eigentlich wirklich geht.

H8 XS

Gepostet am: 24.12.2005, 21:22 Uhr

Es ist der Horror und eigentlich haette es mir schon im Oktober klar sein muessen, dass es das ist, als ich im T-Shirt am Gluehweinstand und der Eisbahn vorbeikam. Aber es kam dann doch schlimmer und ich weiss, wie naechstes Jahr mit Sicherheit nicht werden wird.
Ich stehe jetzt gerade wieder mal vor dem Problem, dass ich nicht weiss, wo ich eigentlich anfangen soll, ob am Anfang, ob am Ende oder irgendwo mittendrin. Kombinationen daraus kaemen natuerlich auch noch in Frage, das will ich aber niemandem zumuten, da ich mir denke, dass es schon so schwer genug ist, meinen Gedanken zu folgen.
Nun denn, wir schreiben 2005 a.d., es ist, wie man unschwer erkennen kann, Heiliger Abend, den ich im Kreise meiner Lieben verbringe, wie es sich fuer einen ordentlichen Antichristen (und Antimoslem usw usf, aber (!) kein Atheist, nur mal zur Klarstellung ;-)) gehoert.
Ich mein, ich goenn's ihnen ja, dass sich mich jetzt das dritte Mal in diesem Jahr ertragen duerfen und - man hoere und staune - mich auch ertragen wollen. Dies erfordert natuerlich - passend zur Jahreszeit - auch einige Bussfaehigkeit meinerseits. Sei es die Weihnachtsdeko und -beleuchtung oder die Anne-Geddes-Bebilderung in meiner Notunterkunft, die einigen Contests alle Ehre gemacht haetten, sei es die Beschallung mit ohrenschmerzerzeugender Weihnachtsmusik aus deutschen Landen. Man ist ja leidensfaehig.
Ich habe mich sogar dazu breitschlagen lassen, mit zum Weihnachtsgottesdienst in der Kirche zu gehen, in der mein Schwesterherz Konfirmandenunterricht geniesst. Spaetestens hier ist der Abend dann aber wirklich fuer mich gelaufen.
Von der allgegenwaertigen Heuchelei ueber schreckliche Orgelmusik (was haette ich fuer Bach gegeben...), von Handies und Applaus in der Kirche bis hin zu einer wirklich jammerigen Predigt und dem geradezu unausweichlichen Lobesgesaengen auf die Dreifaltigkeit (OK, der Heilige Geist blieb bis auf das Vater Unser aussen vor) war alles mit dabei.
Ich war nach drei Minuten Gottesdienst eigentlich schon am erwaegen, mich ins Auto zu setzen und irgendwo Kaffee trinken zu fahren, habe mich dann ob des Krippenspiels doch zum Bleiben durchgerungen. Es hat mich in kleinem Masse entschaedigt. Ich habe zwar nichts gesehen, der Text der Lieder war zugegebenermassen scheisse, aber die Solisten hatten wirklich schoene Stimmen. Das muss man ihnen zugestehen.
Tjoah... zuhause angekommen gab es natuerlich erstmal Familienzwist, weil ich doch tatsaechlich den CD-Wechsler nicht mit Weihnachtsmusik bestueckt hatte (hat man denn sonst nichts zu tun, ueber das man sich den Kopf zerbrechen kann?). Die Bescherung lief - von meiner Seite aus - etwas unterkuehlt ueber die Buehne, ist aber jetzt zum Glueck auch rum.
Dieses Weihnachten hat mich wieder dazu angehalten, mir einige Gedanken ueber die Natur von Weihnachten zu machen. Was war Weihnachten, was ist draus geworden, was ist die eigentliche Existenzberechtigung?
Ein verlogener Haufen geld- und geschenkegeiler Saecke, der sich das ganze Jahr mit dem Arsch nicht anguckt, stellt auf einmal fuer drei Tage fest, dass es da noch andere Leute gibt, von denen man ja evtl. mal was wollen koennte.
Es gibt mit Sicherheit auch noch die Menschen, fuer die Weihnachten noch echt was bedeutet, und sei es auch nur aus Tradition oder verlorener Kindheit (damals war ja...), da die Halbwertszeit des Gedaechtnisses eines Durchschnittskonsumenten mit steigender Wertigkeit der Jahreszahl um gefuehlsmaessige 10% absinkt, duerfte es solche Menschen kaum noch geben.
Dass dies bei der juengeren Generation (<20 Jahre) schon durchgeschlagen hat, merkt man ja daran, dass auf die Frage, warum man denn Weihnachten feiere, geantwortet wird, weil die Oma komme, weil es Geschenke gaebe, etc, etc. Erschreckend auch, dass immer mehr Menschen der Urban Legend des cocacola-genen Weihnachtsmannes auf den Leim gehen. Jeder weiss doch mittlerweile seit ~5 Jahren, dass der Weihnachtsmann Horst heisst und einen Spezialschlitten aus dem Hause DCX mit dem klangvollen Namen "ACTROS" und ca. 300 Rentierstaerken (350kW) fuehrt.
Ich bin froh, dass ich nur zwei Wochen hier oben in der tiefsten Provinz und letzten Vorposten vor den Gebieten des ehemaligen Grossdeutschen Reiches verbringen muss und ich dann wieder zurueck in die Zivilisation geleitet werde. Naechste Woche um die Zeit (+/- ein paar Stunden, die Ladenoeffnungszeiten sollte man naemlich doch noch beachten), werde ich mich dann mal auf die Jagd nach ein paar Hemden und anzugtauglichen Schuhen machen. So aus lauter Frust. Versteht sich. Und wenn ich zuhause bin, dann haette ich gerne noch eine Zusage fuer eine Arbeitsstelle bei der Bank mit angegliederter Elektroniksparte. Kann ja schliesslich nicht sein, dass das naechste Jahr so scheisse anfaengt, wie das jetzige aufgehoert hat lief.

Werte Leserschaft, ich hoffe, Euch nicht allzusehr die Freude an Weihnachten verdorben zu haben und wuensche Euch trotzdem noch schoene Feiertage und einen guten Rutsch.

Bis naechstes Jahr!

P.S.: Und eine Weihnachtsfrau hab ich dieses Jahr auch nicht bekommen *grummel*

Whoohoo!

Gepostet am: 21.11.2005, 15:23 Uhr

Endlich mal was gewonnen! Es geht aufwaerts! Was? Von vorne? Ach ja, OK.
Ich war vor - aeh - 10 Tagen? Ja, sowas im Dreh - auf dem Stuttgarter Medientag im Roemerkastell.
Nein, das ist doof, ich muss anders anfangen.
Am Samstag klingelt es bei mir an der Haustuer. Da ich aber noch vom Vorabend (Eigentlich auch Blog-Material) etwas angeschlagen im Bett lag, bin ich natuerlich nicht aufgestanden und bei den frischlichen Temperaturen vor die Tuer gegangen, sondern hab Gott einen guten Mann und die Person vor der Tuer unterkuehlt sein lassen, drehte die Heizung noch ein bisschen hoch, mich um und schlief noch ein paar Runden weiter.
Jedenfalls musste ich gestern feststellen, dass sich im Briefkasten zwischen den ganzen !$^#$* Prospekten (Note to myself: "Keine Werbung"-Schild anbringen!) ein kleines, oranges Zettelchen befand.
Da ich heute eh zur Post musste, habe ich die Paketbenachrichtigungskarte (das orange Zettelchen, fuer die Nicht-Eingeweihten) gleich mitgenommen und meine Geschenke entgegengenommen. Ein Paket vom Verlag Das Beste.
Ja, das sind die, die einem immer ungefragt Buecher zuschicken, die man dann am besten ungeoeffnet und unfrei wieder zurueckschickt, weil man sich die Buecher, die man liest, lieber selbst aussucht (vorzugsweise in der Buchhandlung) und ganz davon mal abgesehen eh nie das Geld hat, die Dinger zu bezahlen.
Heute war das aber ganz anders. Im Karton befand sich ein in Folie eingeschweisste Atlas, auf ihm ein Briefumschlag. Meine rechnungsgewoehnten Finger oeffneten also routiniert das Kuvert und meine rechnungsgewoehnten Augen... stutzten. Keine Rechnung? Kein Ueberweisungstraeger? Kein gar nichts? Nur ein einsames Blatt Papier auf dem stand, dass es sich gelohnt habe, bei dem Gewinnspiel teilgenommen zu haben? Klasse!
Tja, und hier schliesst sich der Kreis. An dem Gewinnspiel habe ich naemlich auf dem Medientag teilgenommen.
Allerdings glaube ich irgendwie nicht so ganz, dass ich wirklich was gewonnen habe. Ich vermute viel eher, dass das Gewinnspiel nur zum Datamining und der Atlas zum Anfixen potentieller Kunden genommen wurde.
Egal wie, dat Dingen kostet mich nix und ich hab ein Geschenk fuer meine Schwester.
Perfectement!

Bin ich arm?

Gepostet am: 08.11.2005, 19:56 Uhr

Nach gesellschaftlichen Massstaeben wuerde man mich vermutlich als genau das bezeichnen: arm. Ich lebe unter dem Existenzminimum, habe kein Auto, keinen Fernseher (nicht dass ich einen braeuchte, ich hab ne Videothek ueber die Strasse...), einen chronisch leeren Kuehl- bzw. Vorratsschrank und bin mir an ca 10 Tagen im Monat nicht sicher, was ich essen bzw. wo ich es hernehmen soll. Dafuer habe ich wenigstens seit drei Jahren veraltete Rechner (ja, es sind drei, die ich aber auch alle brauche) und eine Flatrate. Ach ja, und ein Handy und eine eigentlich viel zu grosse Wohnung hab ich auch, die ist aber im Vergleich zu kleineren Wohnungen gar nicht mehr so teuer und den Platz weiss man irgendwie dann schon zu schaetzen, wenn man denn endlich den dritten Raum im Winter nutzen und vor allem sich ein vernuenftiges Bett leisten koennte.
Ach ja, zu meiner Frage: Bin ich nun arm? Was denkt der geneigte Leser? Die Wohngeldstelle ist zumindest der Meinung, dass ich eine Versorgungsluecke von 405,80 EUR gegenueber dem Regelsatz des Bundessozialhilfegesetzes aufweise. Ich muss denen morgen erstmal klarmachen, dass ich wirklich versuche, von so wenig Geld ueber die Runden zu kommen und musste auch erstmal lachen, wie viel Geld einem Sozialhilfeempfaenger offenbar zusteht.
Bin ich nun arm? Von meiner Warte aus nicht. Ich habe wunderbare Freunde, mit denen man allerhand erleben und Spass haben kann, die mir auch voellig selbstlos die Spaghetti vom Vortag vorsetzen, weil ich mich mal eben kurzfristig selbst eingeladen habe, die mich beim Brunch mit einem kleinen oder auch etwas groesseren Obolus unterstuetzen, die mich auf ein oder zwei oder auch mehr Bier auf dem Uni-Gelaende einladen, die mich, wenn sich die Gelegenheit ergibt, mir einen Kaffee oder sogar ein Mittagessen spendieren, die mich fragen, was die Jobsuche macht, etc, etc.
Ich bedanke mich bei Euch allen dafuer und werde mich, sobald es mir moeglich ist, dafuer revanchieren. Versprochen!
Kann ich mich vor diesem Hintergrund nun wirklich als arm bezeichnen? Ich glaube nicht. Ich wuerde nicht mal so weit gehen und mich als mittellos bezeichnen. Das sind andere. Solange ich nicht taeglich mit dem Hungertod konfrontiert bin, man mir nicht den Strom und das Gas abstellt und die restlichen Rechnung irgendwie, irgendwo, irgendwann mal bezahlt werden (hier auch nochmal einen grossen Dank an meine fantastische Familie, die mich, soweit es ihr moeglich ist, unterstuetzt), geht es mir wirklich gut.
Klar, es gaebe da schon so einige Annehmlichkeiten, die ich mir wuenschen wuerde, aber ich denke, zu denen werde ich noch frueh genug kommen. So mache ich immerhin die Erfahrung, was es heisst, mit wirklich wenig auszukommen.
Nein, ich bin nicht arm. Ich werde jeden Tag reicher.

Nationalismus/Regionalismus?

Gepostet am: 28.10.2005, 11:13 Uhr

Es ist schon nicht leicht. Ich bin in Brandenburg (dem Bundesland) geboren und in den Kindergarten gegangen, habe die Grundschule in Hessen, das Gymnasium bis zur 10. Klasse in Bayern und die 11. Klasse in Pennsylvania hinter mich gebracht. Oberstufe und meine Zeit als Zeitsoldat dann wieder in Brandenburg und das Studium in Baden-Wuerttemberg. Fuer Wessis bin ich also ein Ossi, fuer Ossis ein Wessi. Ich selber weigere mich, mich in irgendeine Schublade zu stecken, weil es mir da ziemlich schnell zu eng wird.
Sowohl in der Oberstufe als auch auch beim Bund musste ich ziemlich schnell feststellen, dass Leute, mit denen ich lange gut ausgekommen bin, mit denen ich Party gemacht habe, etc. ziemlich schnell die Schotten dicht gemacht haben, wenn beilaeufig erwaehnt wurde, dass ich aus dem Westen komme.
Warum schreibe ich das jetzt? Ich vermute mal, dass ich gerade mal wieder in einen solchen Fall reingestolpert bin. Gestern wollte ich meinen Fuehrerschein bei der Fuehrerscheinstelle abholen. Ich habe ihn nicht erhalten, weil ich die Bescheinigung, dass ich den Fuehrerschein nach dem verhaengten Fahrverbot vor 2,5 Jahren zurueckerhalten habe, nicht vorweisen konnte, wohl aber die Aufforderung der Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder (Osten!), dass ich den Fuehrerschein innerhalb einer Woche einzureichen hatte (sonst Beschlagnahmung, etc). Das Schreiben ist vom 13.01.2003, d.h. selbst wenn ich mir Zeit gelassen haette und der FS beschlagnahmt worden waere, haette ich ihn im spaetesten Falle schon vor 2 Jahren zurueckerhalten.
Nein, dieses Schreiben war nicht genug, ich muss die Bestaetigung der Staatsanwaltschaft vorlegen, dass ich den Fuehrerschein ordnungsgemaess vor 2,5 Jahren zurueckerhalten habe, Order vom Chef der FS-Stelle.
Jetzt stellt sich mir die Frage: Wenn die schon in der Lage sind, das Fahrverbot sogar mit Aktenzeichen des Verfahrens gegen mich zurueckzuverfolgen, dann sollten sie doch eigentlich auch in der Lage sein, festzustellen, dass das schon laengst abgefruehstueckt ist? Wenn man mich fragen wuerde, wuerde ich diese Vorgehensweise in die Kategorie "Schikane" stecken.
Das Lustige an der Sache ist auch, dass der Richter, der damals die Verhandlung gefuehrt hat, auf meine Antwort auf die Frage, was ich denn jetzt wo mache (BA-Student in Stuttgart) nur ein sueffisantes "Aha, im Westen also..." uebrig hatte. Womit sich der Kreis zur Einleitung schliesst.
So, die FS-Stelle hat jetzt das Fax von der StA, ich hab den Rest und jetzt geht's ab, den Fuehrerschein holen.

Es ist soweit!

Gepostet am: 26.10.2005, 19:51 Uhr

Die Zeit des wohligen Friedens ist vorbei.
Gestern standen die Jungs in gruen vor meiner Tuer und wollten wissen, wem der Roller vorm Haus (also meiner) gehoert, sie kaemen im Auftrag der Vermieterin. Man redet also nicht mehr mit seinen Vermietern, man ruft gleich die Polizei. Nun gut, wenn die solche Spielchen spielen wollen, dann kann ich das auch.

15 Minutes of fame

Gepostet am: 14.10.2005, 08:56 Uhr

Ich bekomme immernoch den Focus zugestellt, den mein Ex-Mitbewohner irgendwann mal auf sich abonniert hat. In der aktuellen Ausgabe ist der Aufmacher der Konflikt zwischen Mietern und Vermietern, ein fuer mich nicht uninteressantes Thema, da ich bereits gerichtlich gegen meine letzte Vermieterin vorgehen musste und ich das dumpfe Gefuehl habe, dass es mit der jetzigen Wohnung auch nicht reibungslos laeuft. Das ist aber ein anderes Thema.
Worauf ich eigentlich hinauswollte ist, dass der Artikel mit der Grossaufnahme einer Mordwaffe eingeleitet wurde. Der Hintergrund, wie im Artikel dann noch herauskam, war, dass ein pensionierter Richter aus Pforzheim am Tag der Wohnungsuebergabe durchgedreht ist, seinen Vermieter, dessen Anwalt, wohl seine Schwester und noch eine Hausbewohnerin angeschossen hat. Danach ging er ins Wohnzimmer und jagte sich selbst eine Kugel durch den Kopf, der er zwei Stunden spaeter erlag. Die Opfer ueberlebten. Vorausgegangen war ein langer schwelender Streit zwischen dem Ex-Richter und dem Vermieter mit Raeumungsklagen und allem pipapo.
Warum erzaehle ich das eigentlich? Der Richter wurde namentlich genannt. Auch kamen mir die ganzen Begebenheiten sehr bekannt vor. Wohnhaft in Pforzheim, unterm Dach, Aerger mit dem Vermieter...
Eine Nachfrage bei einem Bekannten gab dann vollends die Gewissheit: Der Richter war bei ihm seit einigen Jahren in "Behandlung", zwischen meinem Bekannten, seiner Angestellten und mir ein gern diskutiertes Gespraechsthema und mir zumindest vom Sehen bekannt.
Damit ist dieser Mann der vermutlich einzige, den ich persoenlich kenne, der es in eine ueberregionale Zeitschrift mit nicht geringer Auflage geschafft und seine 15 Minuten des Ruhmes erlangt hat.
"Hammerhart!"
Bericht in den Stuttgarter Nachrichten

Scheisswetter!

Gepostet am: 29.09.2005, 16:03 Uhr

Aber was will man machen? Der Sommer ist nun halt (und diesmal offenbar endgueltig) vorbei. Ich freu mich schon, wenn die Wohnung trotz Heizung nicht warm wird und in Kueche, Bad und Abstellkammer (formerly known as Schlafzimmer) sommerliche Temperaturen von 277K - der Temperatur, bei der Wasser seine hoechste Dichte hat - herrschen. Aber zum Glueck ist es ja noch ein bisschen hin.
Weswegen schreibe ich eigentlich schon wieder? Ach ja. Genau. Die Lethargie.
Good news: Ich war gestern bei meinem - mittlerweile - Ex-Arbeitgeber, habe die letzten Formalitaeten erledigt und - oh Wunder - bei der Agentur fuer Arbeit angerufen und mich fuer einen Anruf zur Terminabsprache eintragen lassen. Waehrend den 15 Minuten, die ich in Feuerbach auf die Bahn zur Arbeit warten musste, habe ich auch gleich mal einen Abstecher zu meiner Krankenkasse gemacht (ja genau, die, von denen ich das Schreiben verlegt hatte. Ich hab's uebrigens wiedergefunden). Nach ein bisschen Schnick und Schnack musste ich auch gleich mal fragen, wie es mit Foerderung von Rueckenschulungen aussieht. 200EUR/Jahr bei regelmaessiger Teilnahme sind nicht zu verachten. Allerdings frage ich mich jetzt wirklich, wo ich auf die Schnelle 640EUR fuer einen Zwei-Jahres-Vertrag bei Kieser Training (oops, Schleichwerbung) herbekomme. Naja, wird schon irgendwie gehen.
Ebenfalls lag in meiner ungeoeffneten Post ein Brief von der EnBW mit einer Zaehlerstandskarte. Hoffe mal, dass ich ein bisschen was zurueckbekomme.
Ansonsten ist alles eigentlich wie gehabt, mit dem einzigen Unterschied, dass ich heute nochmal ins Geschaeft musste, um das Notebook, das mir die Firma gnaedigerweise fuer die Dauer des Studiums bereitgestellt hatte, wieder abzugeben. Gluecklicherweise funktionierte - wider Erwarten - der Rechner, der seit einiger Zeit in der Ecke rumduempelt, wieder.
Ich werde mir ab demnaechst wohl ein bisschen Gedanken ueber die Kopplung von Waermegewinnung und Dislokation meiner IT machen muessen. Auf Deutsch: Ich werde ueberschuessige Rechner in o.g. kalte Raeume stellen (OK, Bad und Kueche fallen da wohl aus, Flur ist aber eine Option), um diese durch die Abwaerme ein bisschen zu erwaermen. Irgendwie zweifel ich aber am Erfolg dieser Massnahme, aber wir werden sehen.
Ach ja, Einkaufen war ich gestern auch noch. Ich hab also wieder Espresso im Haus.

Tote Hose

Gepostet am: 28.09.2005, 10:22 Uhr

Ich muesste eigentlich noch einiges machen, angefangen damit, dass ich ins Geschaeft fahren und meine Eintrittskarte abgeben muesste. Einkaufen muss ich auch noch. Das Finanzamt liegt mir schon seit Wochen in den Ohren, dass sie endlich die Steuererklaerung von mir wollen (und nur deshalb, weil meine Mutter mal irgendwelche obskuren Anlagen fuer mich abgeschlossen hat, die jetzt als Einkommen zaehlen. Haha!). Ich hab mich auch immer noch nicht arbeitslos gemeldet, allerdings konnte ich mich im Gegenzug auch noch nicht zum Bewerbung schreiben aufraffen (als was ueberhaupt?). Scheiss Lethargie. Warum zoegere ich mit dem Mist immer so lange? Erwarte ich, dass mir hier irgendwas in den Schoss faellt? Warte ich auf bessere Zeiten? Und wo ist eigentlich das beschissene Schreiben von der Krankenkasse?
Ich zieh mich jetzt an und fahr zum letzten Mal ins Geschaeft.

Oh what a day...

Gepostet am: 16.09.2005, 19:54 Uhr

Eigentlich wollte ich heute der Bekannten eines Arbeitskollegen eines Freundes meiner Wenigkeit beim Streichen ihrer neuen Wohnung helfen. Guten Mutes (und noch etwas durch den Wind vom gestrigen Abend) setzte ich mich also heute morgen kurz vor neun in Bewegung, damit ich den Zug um 9:31 nach Pforzheim erwischte, wo ich dann von eben jener Bekannten des Arbeitskollegen meines Freundes - nennen wir sie aus Bequemlichkeitsgruenden einfach mal Nicole - am Hauptbahnhof abgeholt wurde. Ab hier nahm das Unglueck seinen Lauf und der Tag lief ganz anders als eigentlich geplant und ich bin heute nicht in die Verlegenheit gekommen, das erste Mal in meinem Leben in Karlsruhe gewesen zu sein (da ist die Wohnung, die neu gestrichen werden sollte). Egal, das wird morgen nachgeholt (Umzug!), nun aber zurueck zum Pforzheimer Hauptbahnhof, genauer auf drei Personen, die sich gerade in der Naehe des Haupteingangs befinden. Das waeren auf der einen Seite Nicole und ich, auf der anderen Seite ein Taxifahrer, der sich sportlichen Schrittes nassbeschuht (es regnete) auf den Weg zum Bahnsteig machte, um dort einen Hundertjaehrigen abzuholen (wie er uns spaeter erzaehlte). Nun, er hat es nicht ganz geschafft. Denn gerade als Nicole und ich durch die Pforten der Wahrnehmung... aeh... des Haupteinganges schreiten wollten, glitt besagter Taxifahrer zu unseren Fuessen aus, da sich sein nasses Schuhwerk nicht sonderlich gut mit dem Schmutzfanggitter (oder wie das heisst) vor dem Haupteingang verstand. Da ich ja grundsaetzlich hoeflich, zuvorkommend und vor allem hilfbereit bin (*hust*), wollte ich dem Taxifahrer natuerlich aufhelfen und war gerade auf dem Weg nach unten, als ich aus dem Augenwinkel mitbekam, wie Nicole ueber seine Beine stolperte, sich nicht mehr abfangen konnte und stuerzte.
Jetzt ist es im Prinzip natuerlich dass, wenn man vornueber faellt, man sich versucht, mit den Haenden abzustuetzen und auch auf die Knie faellt. So auch hier.
Da Nicole starke Schmerzen im Knie (Prellung und Schnittwunde) und im Arm hatte (aeusserlich nichts zu sehen), rief die hinzugeeilte Politesse einen Krankenwagen und eine Bahnangestellte, die den Vorfall beobachtete, holte einen Buerostuhl, damit Nicole nicht auf dem Boden sitzen musste, da an Stehen nicht zu denken war.
Nach einigem hin und her und Konsultation mit den hinzugekommenen Sanitaetern entschieden wir in gegenseitigem Einverstaendnis, dass ich Nicole zum Arzt fahren sollte.
Das Roentgen von Knie und Handgelenk ergab zum Glueck keine Anomalien, allerdings stellte sich heraus, dass das Radiuskoepfchen (der Gelenkkopf der Speiche an Ellenbogenseite) gebrochen war.
Tja, der restliche Tag sah dann so aus, dass wir uns Reih um bei diversen Aerzten rumgetrieben haben und wir demzufolge natuerlich nicht zum Streichen gekommen sind (wie auch).
Tja, das Ende vom Lied wird jetzt wohl ein Gips ueber 4-5 Wochen sein (zum Glueck keine OP), und mindestens zwei Wochen Krankschreibung.

Und ich bin schuld :-(

Dunkelheitsexperiment mit loeslichem Tee

Gepostet am: 08.09.2005, 14:05 Uhr

Ich bin heute nacht mit duerstender Kehle aufgewacht und dachte, dass trinken vielleicht helfen koennte. Da ich kein Leitungswasser mag und Milch nicht wirklich den Durst loescht, Espresso zu lange dauert und der Aktivitaet des Schlafens eher kontraproduktiv ist, fiel meine Wahl auf loeslichen Zitronentee (auch bekannt als Eistee und mindestens in den weiteren Geschmacksrichtungen Pfirsich, Apfel und Waldbeere zu haben).
Da die letzte Dose (so ein zylindrisches Plastikding mit Schraubverschluss) leider schon am Abend davor den Weg alles Irdischen ging, musste ich eine neue aufmachen.
Da es mir echt zu doof ist, mitten in der Nacht das Licht anzumachen (kostet unnoetig Strom, ich bin min. 30s blind und ausserdem bin ich nicht nachtblind), machte ich die neue Dose also im Dunkeln auf. Fuer diejenigen unter Euch, die noch nie Eistee aus der Dose hatten, sollte ich vielleicht noch erwaehnen, dass die Dinger mit einer Schutfolie ueber der Oeffnung ausgeliefert werden, in etwa so wie Nutella (der Stoff scheint auch aehnlich zu sein, das Experiment/die Erfahrung koennte also reproduzierbar sein).
Beim saeuberlichen Entfernen der Schutzfolie vom Dosenrand musste ich aus dem Augenwinkel feststellen, dass da irgendwas leuchtete. Ich dachte zuerst an Reflektionen der Strassenlaternen oder sowas, musste dann aber feststellen, dass *trommelwirbel* die Folie leuchtet! Ja! Ohne Witz! Irgendwas scheint sich beim Entfernen der Folie zu entladen und das leuchtet dann... oder so. Was Ihr braucht, um das zu reproduzieren? Eine Dose Eistee von L*dl (vielleicht funktioniert auch jede andere, ich probier das bei Gelegenheit mal mit einer von K*ufl*nd) und einen dunklen Raum.
Viel Spass!

Katrina, Kyoto und die roemische Tundra

Gepostet am: 01.09.2005, 20:03 Uhr

Fuer gewoehnlich halte ich mich ja mit meiner Weltanschauung weitestgehend zurueck, ausser, wenn ich mal gerade wieder auf groben Unfug derer gestossen bin, die anderer Meinung sind als ich.
Andererseits bin ich mir natuerlich auch bewusst, dass sich meine Meinung in der momentanen Gesellschaft schwer kommunizieren laesst. Das ist mir im Moment aber egal, ich schreib trotzdem was dazu.

Zuersteinmal gilt mein Mitgefuehl all denen, die aufgrund des verheerenden Wirbelsturms ihre Bleibe oder ihr Leben verloren haben. Wie so oft hat es auch diesmal wieder die Aermsten getroffen, die, die sich nicht in Sicherheit bringen konnten..

Was mich an dieser Geschichte aber am meisten bedrueckt ist die Tatsache, dass sich einige deutsche Volksvertreter wiedermal nicht zusammenreissen konnten und die Gelegenheit genutzt haben, den USA den Schwarzen Peter zuzuschieben (ins Besondere eben Juergen Trittin und Wolfgang Clement, zu letzterem spaeter mehr).
Voellig unabhaengig davon, wie viel von den Anschuldigungen wahr sind, sind sie zum jetzigen Zeitpunkt schlicht und einfach fehl am Platz und ueber alle Massen takt- und respektlos. Aber es scheint sich hierbei wieder um eine typisch deutsche Eigenschaft
zu handeln: Mit dem Finger auf den angeblich Schuldigen zeigen, wenn schon alles zu spaet ist. Daran waere an und fuer sich nichts auszusetzen, wenn man sich ein wenig Zeit zwischen dem Ereignis und den Schuldzuweisungen liesse, oder, wenn man sich dazu nicht imstande sieht, wenigstens so lange zu warten, bis die Regierung
offizielle Beileidsbekundungen oder aehnliches ausgesprochen hat.
Ich denke, dass die USA im Moment andere Sorgen haben, als sich das Gewaesch eines lebenslangen Berufspolitikers, der noch nicht einen Tag ehrliche Arbeit geleistet hat, anhoeren zu muessen.

Zum Inhalt von Trittins Rede:
Ja, es mag sein, dass die USA den im Moment hoechsten CO2-Ausstoss haben.
Ja, es mag sein, dass CO2 massgeblich an der Erderwaermung beteiligt ist.
Aber ebenso massgeblich sind diverse andere Treibhausgase an der Erwaermung beteiligt. Was ist denn mit dem Methanausstoss argentinischer Rinderherden? Methan ist ein 32x staerkeres Treibhausgas als CO2. Sollen wir jetzt alle methanerzeugenden Lebewesen notschlachten? Fangen wir aus Bequemlichkeitsgruenden mit uns an? Dann sollten wir doch gleich die Waffengesetze lockern. Sollten wir es nicht schaffen, die globale Erwaermung aufzuhalten, wird sich die Diskussion in einigen Jahren eh eruebrigt haben, da dann die Schmelze der sibirischen Tundra a.k.a. Permafrostboden unaufhaltsam vonstatten
gehen wird. Was das bedeutet? Im sibirischen Permafrostboden ist der 10000fache Gegenwert des momentanen jaehrlichen, weltweiten CO2-Ausstoss in Methan gebunden. Wenn der freigesetzt wird, brauchen wir auch kein Kyotoprotokoll mehr. [1]
Der naechste Punkt stellt die Wirksamkeit des Kyotoprotokolls in Frage.
Die Kyotoprotokolle sehen ein Senkung der Klimaaenderung von 0,1°C.
bis 2012 vor. Wenn man mich fragen wuerde, wuerde ich sagen: Peanuts.
Der naechste Punkt ist die ungleiche Umsetzung. Waehrend Laender wie Deutschland, Daenemark und Luxemburg zugesagt haben, ihren CO2-Ausstoss bis 2012 um mehr als 20% gegenueber 1990 zu senken, duerfen andere EU-Laender wie Spanien, Portugal und Griechenland ihren CO2-Ausstoss sogar noch steigern. Den Ausstoss von Treibhausgasen haben uebrigens fast alle Laender nach 1990 so oder so teilweise massiv gesteigert.
Weiterhin wird nicht betrachtet, dass Treibhausgase nicht die einzige und vor allem nicht die groesste Gefaehrdung fuer die Umwelt sind.
Solange es fuer einige Laender noch zum guten Ton gehoert, Umweltgifte ungefiltert in das Abwasser zu pumpen, Laender, die natuerlich auch die Kyotoprotokolle ratifiziert haben, wie z.B. China, und damit eine massive Verseuchung der zumindest lokalen Umwelt in Kauf nehmen, und dies von den ach so zivilisierten Laendern des westlichen Europas ignoriert wird, solange es Laendern wie Russland moeglich ist, sich aus den Vertraegen freizukaufen, solange sehe ich keine Veranlassung, die USA als den Suendenbock #1 hinzustellen. Ganz nebenbei hat auch Australien Kyoto nicht ratifiziert und ganz nebenbei halten sich einige US-Bundesstaaten und einzelne Grossstaedte an die Kyoto-Vorgaben. Man sieht also, dass auch in den USA ein Umdenken in der Beziehung stattfindet, wirtschaftlichen Bedenken zum Trotz. [2]
Dies sind natuerlich Fakten, die in Deutschland ganz beflissentlich unter den Tisch fallen. Sie stoeren ja auch das momentan vorherrschende Weltbild, in denen die USA die Position des Boesen und China und Russland die der Guten eingenommen haben.
Worauf ich bisher noch nicht eingegangen bin, ist der Kosten-/Nutzen-Faktor. In meinen Augen sind die Milliarden, die Jahr fuer Jahr in die Umsetzung der Protokolle gesteckt werden in der Erforschung alternativer Energien, Ausbau von Alternativen, auch und gerade im OePNV und auch in der Aufforstung von Waeldern sinnvoller angelegt. Zu letzterem: Die Aufforstung von Waeldern ist uebrigens sinnvoller, als den Ausstoss zu senken, wird aber nicht honoriert. Man kaempft also wiedermal nur an einer Front, anstatt ein stimmiges Gesamtkonzept zu erarbeiten.
Was Vorreiter Deutschland in der Hinsicht angeht: Warum sehe ich keine begruenten Daecher? Warum faehren so ziemlich alle Kraftfahrzeuge mit Treibstoff, der aus Erdoel gewonnen wurde? Warum ist Kunststoff immer noch so ein Renner? Wo sind denn die Alternative? 7 Jahre Rot/Gruen und es ist [immer noch nichts] in der Hinsicht passiert! Wenn nicht die, wer denn dann? Sollte man etwa festgestellt haben, dass man doch
nur kaeuflich ist und Lobbyisten nach der Pfeife tanzt? So wird das nichts. Allerdings sollte man sich dann auch nicht mit seinem Versagen ruehmen.

Was die roemische Tundra aus der Ueberschrift angeht: Jeder Leser, der ein bisschen in Geografie aufgepasst hat, wird natuerlich feststellen, dass das Quatsch ist. Es gibt keine Tundra in Rom. Was es allerdings gibt, ist der bereits erwaehnte Permafrostboden in Sibirien und Gletscher in den Alpen.
Bei den Gletschern in den Alpen wurde anhand von Eisanalysen etc. festgestellt, dass die Alpen vor 2000 Jahren gruener waren als sie jetzt sind. Zum anderen wurden auch pflanzliche Ueberreste gefunden.
Apropos pflanzliche Ueberreste: Woraus besteht eigentlich der Permafrostboden?
Aus Pflanzen? Das wirft jetzt eine ganz heikle Frage auf: Wenn unter dem ewigen Eis Pflanzen sind, muss das doch bedeuten, dass die irgendwann mal dort gewachsen sind, was gleichzeitig bedeutet, dass es dort frueher mal noch waermer als jetzt gewesen sein muss. Sollte sich etwa die Theorie, dass wir im Moment aus einer Eiszeit heraus in eine Warmzeit bewegen doch bewahrheiten? Dann ist die ganze Panik ja voellig umsonst und wir werden nur Zeuge des natuerlichen Kreislaufes. Das sowas langfristiges natuerlich nicht in das begrenzte Kammervolumen eines durchschnittlichen Hobbyvolksvertreters passt, ist voellig klar. Darum wird auch versucht, den status quo beizubehalten, wie sinnlos das in einem dynamischen System auch sein mag. Wie wirkt sich eigentlich Geldverbrennen auf die Treibhausgasbilanz aus?

Nein, ich bin kein Feind von oekologischer Verantwortung, allerdings sollte sie sinnvoll sein und schon im kleinen Massstab anfangen, z.B. damit, dass man oefter mal sein Fahrrad rausholt, nicht ueberall mit dem Auto hinfaehrt, abends in der Wohnung die Festbeleuchtung auslaesst, im Winter die Heizung 2 oder 3 Grad niedriger laufen hat, etc, etc.

Ebenso: macht Euch doch bitte mal Gedanken ob das, was Ihr habt, nicht ausreicht fuer das, was Ihr macht, oder ob Ihr unbedingt ein neues Handy (oder ueberhaupt ein Handy), einen neuen Computer, ein neues Auto braucht.
Es ist nicht allein der Energieverbrauch im Betrieb, der zaehlt. Dieser macht nur einen geringen Prozentsatz der Energiebilanz aus. Es ist die Herstellung und Entsorgung, die die Energie frisst!

Ach, jetzt haette ich ja fast noch unseren Wirtschaftsminister vergessen, den ich eingangs angekuendigt hatte: Herr Clement ist natuerlich der Meinung, dass die USA an dem gestiegenen Oelpreis schuld sei und begruendet dies mit der Tatsache, dass die USA nicht genuegend Redundanz in ihre Oelversorgung eingebracht haette. Dies mag einerseits natuerlich richtig sein, zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Allerdings wird ausser acht gelassen, dass es auch in den USA Umweltschutzorganisationen gibt, die etwas gegen den Ausbau der Raffinerien und Pipelines haben und die sind - im Gegensatz zu den hiesigen Kollegen - keine zahnlosen Tiger. [3]



Quellen:
[1] slashdot
[2] Wikipedia (Kyoto-Protokoll)
[3] Reuters

Oh what a day! [Update]

Gepostet am: 04.08.2005, 17:32 Uhr

Tja. Siehe unten. Irgendwie bin ich im Moment scheinbar doch gezwungen, mich darum zu kuemmern, dass ab Oktober meine Miete reinkommt und da mir von Euch noch keiner einen Job als Drogendealer/-kurier oder Pornodarsteller angeboten hat, muss ich's wohl auf legale Art und Weise versuchen.
Was macht man also als angehender Ass... aeh... "Arbeitssuchender"? Man geht dahin, wo das Geld in dunklen Kanaelen versickert. Nein, nicht in irgendwelche Kohlezechen und mit Sicherheit auch nicht in den Osten, sondern zum Arbeitsamt - obwohl das ja mittlerweile Agentur fuer Arbeit heisst und laut eines Bekannten als GmbH gefuehrt wird. Wenn jetzt noch der Staat seine Griffeln da rausnehmen wuerde und sie in direkter Konkurrenz zu anderen Arbeitsbeschaffungsagenturen stehen wuerde, bestuende vielleicht die Chance auf erfolgreichere Vermittlung bei geringeren Kosten. Vielleicht sollte ich aber auch nur aufhoeren zu traeumen.
Ja, jedenfalls war ich heute erstmal bei der AA (nein, nicht die Anonymen Alkoholiker, obwohl ich da auch mal vorbeischauen koennte), erst in Cannstatt, dann in Hauptstelle in der Neckarstrasse (da ich ja *hust* Akademiker bin, auch wenn ich mich nicht so fuehle...) und ich muss echt sagen, dass ich angenehm ueberrascht war.
Eigentlich sind ja so Sachen wie Beamte und dann erst recht Aemter (Verzeihung: Agenturen) ein rotes Tuch und der Inbegriff von Unfreundlichkeit und Lahmarschigkeit fuer mich. Heute wurde ich aber echt eines besseren belehrt. Die Sachbearbeiter waren durchweg freundlich (auch wenn der erste noch eine sichtbare Fahne hatte, die er aber, wie ich glaube, auch brauchte), meine Daten wurde richtig aufgenommen (ist ja auch nicht ueberall der Fall), ich wurde umfassend beraten und habe einen beachtlichen Stapel Papier mitbekommen.
Eigentlich ist mir schleierhaft, wie man, ein bisschen Flexibilitaet vorausgesetzt, keinen Job bekommen kann. Aber vielleicht trifft mich ja der Blitz der Erkenntnis und ich hab ein ganzes Jahr lang Zeit, Blog zu schreiben.
Vor 8 Wochen oder so erhielt ich uebrigens auch ein Schreiben vom - aeh - irgendeinem Amt halt, dass mein geheiligter Personalausweis und der nicht minder wertvolle Reisepass (als ob ich das Geld haette, irgendwohin zu verreisen, wo man einen Reisepass braucht) demnaechst auslaufen wuerden. Das war vor 9 Tagen.
Also bin ich auf der Ruecktour von der AA gleich mal zum Bahnhof, hab mich in die Fotokabine gesetzt und sehr sexy Passbilder von mir schiessen lassen (OK, eigentlich war es nur eins und das in vierfacher Ausfertigung, aber egal), habe mich anschliessend zu meinem Zahntechniker in der Hoffnung auf einen Kaffee begeben, bin mit ihm danach ins Cafe Chico (Querstrasse zur Marktstr. in Cannstatt - sehr empfehlenswert) auf einen weiteren Kaffee und ein Schwaetzchen und anschliessend alleine zum Landratsamt gegangen, um zum einen meine Papiere zu beantragen und zum anderen Unmengen an Geld dazulassen. Ich war bis zu dem Zeitpunkt der Meinung, dass Behoerden bis 13:00 Uhr Mittagspause machen wuerden. Eeeek! Irrglaube! Sie machen *ab* 13:00 Mittagspause. Ich war zum Glueck 10 Minuten vorher da und bin auch noch drangekommen. Also ist das auch alles in Sack und Tueten und ich erhalte in 4 Wochen druckfrisch und dampfend meine Identifikationsdokumente.
Jedenfalls habe ich mich dann auch gleich um die Verlaengerung (bzw. Reaktivierung) meines CE-Fuehrerscheins gekuemmert. Nein, das ist jetzt nicht irgendein Guetesiegel wie GS, sondern LKW mit Anhaenger. Den durfte ich seinerzeit beim Bund machen, habe ihn mit jugendlichen 21 Jahren umschreiben und letztes Jahr auslaufen lassen. Da mir der Fahrlehrer um die Ecke nicht wirklich sagen konnte, was ich machen muss um wieder 40to durch die Gegend zu schieben (ja, ich weiss, ich wuerde mir auch keinen LKW in die Hand druecken, aber was man hat, hat man), bin ich also erstmal nach Zuffenhausen raus und in die Fuehrerscheinstelle getingelt.
Auch hier habe ich mir dann wieder eines von diesen niedlichen Tickets mit einer dreistelligen Nummer gezogen ("Ihre heutigen Glueckszahlen sind 150 und 770"), 3 Minuten gewartet und nach Aufforderung zu sprechen die ueberaus nette Sachbearbeiterin mit meinem Problem belaestigt.
Die Loesung dafuer ist eigentlich ganz einfach:
Da der FS noch keine zwei Jahre ausgelaufen ist, brauche ich nur
- 42,60 EUR
- meinen Fuehrerschein
- gueltigen Personalausweis (s.o.)
- augenaerztliches Gutachten gemaess §§§ Absatz ###
- allgemeinaerztliches Gutachten gemass §§§ Absatz ###

Insofern war dann also mein weiterer Tagesablauf klar: Ab zum Augenarzt (uebrigens gleich neben der AA und gegenueber vom Fotokasten), einen Termin fuer anfang September gemacht (den ich komplett frei haben :o)), danach zum einzigen Allgemeinpraktiker, den ich kenne und der mir auch weiterempfohlen wurde, festgestellt, dass der noch geschlossen hatte (Mittagspause), also aus der Haustuer raus, gegenueber rein und wieder mit meinem Zahntechniker einen Kaffee getrunken.
Bis der dann alle war hatte auch der Arzt dann endlich offen und ich mittlerweile einen Termin fuer Montag.
Herz, was begehrst Du mehr?
Apropos Her(t)z: morgen habe ich mir vorgenommen, ein paar Autovermietungen abzuklappern und zu fragen, ob die jemanden brauchen, der durch die Weltgeschichte schippert, um Autos von A nach B zu bringen. Mal gucken, was die sagen.

[update]
Den kroenenden Abschluss bildete der Besuch auf dem Sommerfest und das anschliessende Abtanzen im Boa mit nem Kumpel. Der Abend hat mich doch mal wieder davon ueberzeugt, dass man ab und an in Clubs doch gute Musik zu hoeren bekommt.
[/update]

Das war es fuer heute.

So long, bis zum naechsten Mal und danke fuer die Geduld.

Auf zu neuen Ufern

Gepostet am: 26.07.2005, 17:50 Uhr

Ich weiss nicht, ob ich mich freuen soll oder nicht. Studium ist jetzt fast rum und ich hatte vorhin ein Gespraech mit meiner Personalerin und meinem Abteilungsleiter.
Aller Voraussicht nach werden sie mich nicht uebernehmen. Bevor jetzt hier die ganzen Mitleidsbekundungen einflattern: ich waere, selbst wenn sie mich uebernommen haetten, eh nicht lange in der Firma geblieben. Zum einen sagt mir der Posten als Programmieraeffchen wirklich nicht zu, zum anderen hasse ich Windows. Dass ich im Laufe der Ausbildung (zumindest in der Praxisphase) groesstenteils Autodidakt war und ich bei konkreten Fragen nur Broeckchen hingeworfen bekam, wuerde mir den potentiellen Verbleib in der Firma auch nicht unbedingt schmackhafter machen.
Ja, ich werde einige Leute wirklich vermissen, aber da ich mit denen ausserhalb von Kaffee trinken und ab und an dummlabern eh nicht so viel zu tun hatte, ist auch das zu verschmerzen.
Es ist vermutlich echt besser fuer alle Beteiligten, obwohl das fuer mich dann wieder heisst, dass die Durststrecke immernoch nicht ueberstanden ist.

So, falls jemand im Raum Stuttgart einen Job als
- Unix/Linux-Admin
- Netzwerk-Yogi
- Fahrer (PKW/LKW, gerne auch Ueberfuehrungen)
- Sys-Admin
- Supportler
- Kabeltraeger
- Pizzabote
- Pornodarsteller
- Abendbegleitung
und zur Not auch
- Programmierer (C/C++/C#)
anzubieten hat: ich bin ganz Ohr.

So, jetzt werde ich erstmal auf den Balkon gehen, eine rauchen und in Selbstmitleid versinken. Gut, dass ich keinen Alk zuhause hab.

So long and thanks for the fish. See you next time.

Ehemalige Staatsbetriebe #3

Gepostet am: 03.07.2005, 15:59 Uhr

Am Freitag gab's mal wieder Post. Wieder mal die Kanzlei S. & K. aus H. am N.
Ich glaube, ich werde da am Montag doch mal anrufen, denn offensichtlich klappt entweder die Zustellung meiner Briefe nicht oder die wollen mich wirklich fuer dumm verkaufen.

Et voila:

> Forderungssache Deutsche Telekom AG
>
> Sehr geehrter Herr S.,
>
> wir duerfen nochmals Bezug nehmen auf unsere Schreiben in
> vorbenannter Angelegenheit, mit welchen wir den ausstehenden
> Forderungsbeitrag von EUR 67,65 aussergerichtlich letztmalig
> anmahnten. Nach Ruecksprache mit unserer Mandantin wurde uns
> von dort Auftrag zur Einleitung des gerichtlichen Verfahrens
> erteilt.
>
> Ungeachtet des anstehenden Gerichtsverfahrens duerfen wir
> Ihnen im Interesse unserer Mandantin letztmalig einen ausser-
> gerichtlichen Vergleichsvorschlag zur Erledigung des unter
> obiger SU-Nr. gefuehrten Vorgangs unterbreiten, damit auch
> fuer Sie die Forderungsangelegenheit eine schnelle Bereini-
> gung findet.
>
> Gegen Zahlung eines Vergleichsbetrages in Hoehe von
> EUR 40,59 (in einer Summe)
> bis spaetestens 18.07.2005
>
> wird die Angelegenheit abgeschlossen und selbstverstaendlich
> auf die Einleitung eines Gerichtsverfahrens verzichtet. Er-
> folgt in der gesetzten Frist keine Zahlung, wird der gesamte
> Forderungsbetrag gerichtlich geltend gemacht.
>
> Es liegt in Ihren Haenden eine schnelle und Kosten sparende
> Forderungstilgung herbeizufuehren.
>
> MfG

Wieso kommt es mir nur so spanisch vor, dass die jetzt auf ca.
60% der Ursprungsforderung runtergegangen sind?

Ich melde mich wieder, wenn ich mehr weiss.

Seefest Stuttgart Rohr

Gepostet am: 19.06.2005, 00:04 Uhr

Ich wurde heute ganz kurzfristig gefragt, ob ich denn Bock haette, mit aufs Seefest in Stuttgart Rohr zu kommen. Ich hab (natuerlich ganz kurzfristig) zugesagt, denn sowas lass ich mir natuerlich nicht entgehen. Auf dem Weg dahin hatte ich allerdings so leichte Bedenken, ob das wirklich eine so gute Idee war. Ich hatte naemlich so das Gefuehl, mir bei den 2 1/2 Stunden in der prallen Sonne im Liegestuhl vorm Haus einen Sonnenstich zugezogen gehabt zu haben. Wie sich dann rausstellte, gibt es keine Gebrechen, die nicht durch das eine oder andere Bier zu beheben sind ;-)
Lange Rede kurzer Sinn, es war recht cool. Wir haben uns schoen am Hang auf die Wiese gepackt, ein Paerchen beim Vorspiel beobachtet (die dann lustigerweise auch hinter einer Hecke verschwunden sind...), ein oder zwei Bierchen gezischt und abstrusen Metal-Bands bei ihrer Performance gelauscht ("Die Gitarre ist immer noch zu leise!").
Warum erzaehl ich das hier eigentlich? Keine Ahnung.

Ehemalige Staatsbetriebe #2

Gepostet am: 19.05.2005, 19:26 Uhr

Tja, heute gab's wieder Post. Von der Kanzlei S***** & Kollegen. Im Auftrag der Telekom. Mit Überweisungsträger im Anhang. Und ohne Angabe, wofür sie eigentlich Geld haben wollen.
Entweder habe ich mich beim letzten Mal nicht deutlich ausgedrückt oder die wollen mir wirklich nicht sagen, worum es eigentlich geht. Aber lest selbst:

> Sehr geehrter Herr S.,
>
> bekanntlich sind wir von obiger Glaeubigerin mit
> Beitreibung oben genannter Forderung beauftragt.
> Trotz mehrfacher Mahnungen [welche? Anm. der Redaktion]
> haben Sie die geltend gemachte Forderung in Hoehe von
> EUR xx.xx
> nicht ausgeglichen.
>
> Wir sind nun beauftragt, diese Forderung gerichtlich
> geltend zu machen. Neben den bereits entstandenen
> Kosten für unsere Tätigkeit wäre dies mit weiteren
> Belastungen für Sie verbunden. Zur Vermeidung dieser
> weiteren Kosten empfehlen wir Ihnen, den offenen
> Betrag unter Angabe der SU-Nr. bis spaetestens zum
> 02.06.2005
> auf eines unserer Kanzleikonten anzuweisen, bzw.
> monatliche Ratenzahlungen in Hoehe von mindestens
> EUR 15,00 zu leisten.
>
> Dies ist Ihre letzte Möglichkeit, diese Angelegenheit
> aussergerichtlich zu erledigen.
>
> MfG

Kein Kommentar. Mal gucken, was mein Anwalt dazu sagt.

Behoerden

Gepostet am: 06.05.2005, 19:26 Uhr

Ich hab mich in letzter Zeit ein bisschen rar gemacht. Das liegt in erster Linie daran, dass so langsam die Zeit draengt, in der ich meine BA-Pflichten noch zu erfuellen hab. Naechste Woche sind Klausuren und ende des Monats ist Abgabetermin fuer die Studienarbeit und das OpenGL-Projekt, dem ich mir in letzter Zeit mehr oder weniger intensiv gewidmet habe.
[So] und [so]sieht es im Moment aus, also schon fast fertig. Die Uhr, die man [hier] sieht, zeigt natuerlich auch die aktuelle Uhrzeit an. Wofuer sollte sie sonst da sein? ;-)

Aber der eigentliche Grund fuer den heutigen Eintrag ist das hier:


> M A H N U N G
> -------------
>
> Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,
>
> der nachstehend aufgeführte Gesamtbetrag ist bisher noch
> nicht eingegangen. Es dürfte Ihrer Aufmerksamkeit entgangen
> sein, diese Forderung rechtzeitig zu begleichen. Bitte über-
> weisen Sie den rückständigen Betrag unter Angabe des oben
> genannten Kassenzeichens bis spätestens -12.05.2005-.
> Halten Sie bitte diese Zahlungsfrist ein, damit Ihnen die
> unangenehmen Folgen eines Beitreibungsverfahrens erspart
> bleiben.
> Eine sich aus der Verzinsung der Hauptforderung eventl.
> ergebende Restschuld wird gesondert angefordert.
>
>
>
> Mit freundlichen Grüßen
>
> LOK Ba-Wü


Sehr geehrte LOK,

ich erhielt am 4. Mai eine Mahnung von Ihnen. Es kann sein, dass ich mich täusche, aber nach meinem Verständnis ist es im allgemeinen üblich, dass dieser mindestens eine reguläre Zahlungsaufforderung vorausgeht. Da dies bis zum heutigen Tage nicht geschehen ist, wäre ich also sehr angetan, wenn Sie dies nachholen könnten. Sie werden folglich hoffentlich auch verstehen, dass ich vor diesem Hintergrund nur die ursprünglich angeforderte Gebühr für das Studentenwerk überweise, nicht aber Mahngebühr und Säumniszinsen.
Des Weiteren würde mich wirklich einmal interessieren, wofür ich mittlerweile 113EUR/Jahr bezahle. Das Privileg, nach 18Uhr und am Wochenende die Dienste des VVS in Anspruch nehmen zu dürfen, kann es wohl nicht sein, denn dafür zahle ich mittlerweile 149,50EUR pro Semester. Für die Cafeteria der BA kann es auch nicht sein denn das, was die Cafeteria als Kaffee ausschenkt (bzw das, was man in der BA aus dem Automaten bekommt), bekomme ich woanders zum selben Preis, besser und vor allem mit Bedienung (einer freundlichen Bedienung obendrein). Persoenlich finde ich 90c für 15cl Automaten-Wasser mit Kaffeespuren etwas überzogen. Kann aber auch sein, dass ich mich irre.
Nun gut, was gibt es sonst noch? Die Mensa? Angesichts der nicht sehr ansehnlichen und noch weniger schmackhaften Nahrungsmittel, die man dort zu sich nehmen kann, verzichte ich auf den Besuch dieser Einrichtung.
Was bliebe da noch? Berater, die den ganzen Tag darauf warten, dass ich mit einem Problem zu ihnen komme?

Da ich Ihnen gerade schreibe, frage ich bei der Gelegenheit, wofür Sie von mir pro Jahr 80EUR Verwaltungsgebühr erhalten, wenn Sie offenbar nichtmal in der Lage sind, das zu tun, wofür ich Sie damit bezahle, nämlich mich zu verwalten? Es ist ja wohl nicht im Bereich des Unmöglichen, anhand des Verwendungszwecks und der Matrikelnummer meine Überweisung eindeutig mit meiner Person zu assoziieren und im Feld "Bezahlt" ein Häkchen zu machen. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass mir mit Exmatrikulation gedroht wird, wenn ich den Kontoauszug, der die Zahlung belegt, nicht im Sekretariat vorlege, obwohl die Gebühr bereits einen Monat vor der Frist überwiesen war?
Aber da Sie ja offenbar nichtmal in der Lage sind, dem Delinquenten ein persönliches Schreiben zukommen zu lassen, handelt es sich hierbei scheinbar wirklich um eine extraordinäre Schwierigkeit.
Ach ja, jede Textverarbeitung bekommt mit ihrer Serienbrieffunktion ein besseres Anschreiben als "Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr" hin, das würde aber wohl ein Mindestmaß an Engagement Ihrer Seite erfordern, und das kann man ihnen ja nun wirklich nicht zumuten.

MfG

Harte Nacht.

Gepostet am: 23.04.2005, 09:29 Uhr

Im wahrsten Sinne des Wortes. Meine Matratze (eine von diesen 2m*1,50m*50cm-oder-so-Dingern) zum Aufpumpen hat ein Loch. Das hatte natuerlich zum Effekt, dass die Luft raus war und ich mehr oder weniger 3mm ueber dem Boden geschlafen hab. Werd mir heut wohl erstmal Flickzeug besorgen und gucken, was eine richtige Matratze kostet. Ein Bettgestell hab ich ja schliesslich noch :-)

Update:
Ha! Es gibt doch nix, was Fahrradflickzeug nicht wieder hinbekommen wuerde!

Update vom Update:
Pustekuchen. Der Riss ist natuerlich groesser geworden und erstreckt sich nun ueber den Flicken drueber hinaus.

Post die 2., DPD die 1.

Gepostet am: 16.04.2005, 22:26 Uhr

Ich hab heute mal wieder mit einem halben Auge auf meinen Kontostand geschaut (mehr wuerde mein armes, schwaches Herz nicht ertragen) und, man lese und staune, die Post hat es doch tatsaechlich fertiggebracht, mir geschlagene 10 Tage nach Zustellung eines Pakets die Nachnahmegebuehr aufs Konto (bei der Postbank!) zu ueberweisen. Da weiss man, wofuer man 12EUR Porto bezahlt. IHR SAFTAERSCHE!!!

Ranting #2: DPD
Als ich am Donnerstag nach Hause kam, lag ein Benachrichtigungsschreiben vom DPD im Briefkasten, dass man mich nicht antreffen konnte (Kunststueck. Tagsueber sind wohl die wenigsten zuhause) und man es am Freitag zwischen 10:00 und 12:00 Uhr nochmal versuchen wuerde.
Gut, denk ich mir, Vorlesung fiel eh aus, bleib ich also zuhause und warte auf den DPD. Es ist 10, es ist 11, es ist 12, 12:10 mach ich ein Witzchen, dass ja "zwischen 10 und 12 und nicht 10 nach 12" auf dem Zettel stehe. Abends bin ich dann irgendwann ins Bett gegangen. Natuerlich ohne, dass der DPD hier war. Also rief ich gestern prophylaktisch in der Zentrale in Ludwigsburg an. Die freundliche Dame (ich muss schon sagen, Kundendienst muss ein Scheiss-Job sein) sagte mir, dass der Fahrer das Paket bei der Tour am Freitag auf dem Fahrzeug gehabt haette und dass man am Montag nachmals versuchen wuerde, das Paket zuzustellen.
Ich bin gespannt.

Bad Hair Day

Gepostet am: 16.04.2005, 12:33 Uhr

Meine Haare liegen heut mal wieder gar nicht. Wuerde eigentlich gerne mal zum Friseur und Spitzen schneiden lassen, aber mit einem lausigen Euro im Portemonnaie kann ich froh sein, wenn der mit mir spricht.

Ehemalige Staatsbetriebe

Gepostet am: 10.04.2005, 10:47 Uhr

Ach ja, meine Lieblinge, die drei kleinen Schweinchen: Die Deutsche Bahn AG, die Deutsche Post AG und die Deutsche Telekom AG, alle drei in Frankfurt notiert, Mehrheitseigner, immernoch, der Staat.
Ueber diese, offiziell dem allgemeinen Wettbewerb unterzogenen Unternehmen koennte ich stundenlang philosophieren (d.h.: mich aufregen).
Fangen wir doch mal mit der Terrorkom an: Ich erhielt letzten Donnerstag (oder war es Freitag?) einen Brief der Heidelberger Anwaltskanzlei S***** & Kollegen, ihres Zeichens Rechtsverdreher der Deutschen Telekom.

Sehr geehrter Herr S.,

wir zeigen Sie an, dass wir die oben genannte Glaeubigerin
anwaltlich vertreten.
Trotz Zahlungsaufforderungen seitens unserer Mandantschaft
sind Sie derzeit mit insgesamt EUR xx.yy im Rueckstand. Wir
sind beauftragt, nunmehr das gerichtliche Mahnverfahren ein-
zuleiten und die Zawangsvollstreckung gegen Sie zu betreiben.
Bevor wir diese fuer Sie kostentraechtige Massnahmen gegen
Sie einleiten, geben wir Ihnen hiermit eine letzte Gelegenheit,
den sich aus nachfolgender Auflistung ergebenden Gesamtbetrag
bis spaetestens 19.04.2005 auf eines unserer Kanzleikonten zu
bezahlen. Verwenden Sie hierzu bitte den beigefuegten Ueber-
weisungstraeger.



Rechtsanwalt

Nun gut, mag der geneigte Leser denken, dann ueberweist er halt das Geld und er hat Ruhe.
Ja, das ist auch das, was ich machen wuerde, wenn ich
a) Wuesste, um welche Forderungen es ginge,
b) Zahlungsaufforderungen erhalten haette,
c) ueberhaupt einen Vertrag mit der Telekom haette.
Ich bin bei dem Verein schon seit 10 Monaten kein Kunde mehr, die Rechnungen wurden alle bezahlt, ergo: Was wollen die von mir? Ich habe den Jungs (also der Kanzlei) am selben Tag noch einen Brief zurueckgeschrieben, in dem ich ankuendige, die Sache meinerseits an meinen Anwalt weiterzuleiten. Der Brief an meinen Anwalt wird vermutlich am Montag rausgehen und ich harre der Dinge, die da kommen moegen. Auf alle Faelle werde ich den treuen Leser natuerlich auf dem Laufenden halten.
Ob das Schreiben irgendwie mit der Forderung der Telekom nach Subventionen fuer den Ausbau der DSL-Infrastruktur zusammenhaengt?

Schweinchen #2: Die Post
Gut, an und fuer sich war ich mit der Post bisher immer recht zufrieden, von der Tatsache mal abgesehen, dass sie immernoch ein Monopol besitzen (welcher andere Paketdienst ist so bequem wie der gelbe Riese?).
Aber so ganz reibungslos laeuft es natuerlich auch hier nicht:
Da ich beim Auf- und Umraeumen noch Fotos gefunden hatte, die meiner Ex gehoerten, sie ausserdem noch was anderes von mir wollte, dachte ich, ich pack den Kram in ein Paket und verschicke es, da unser Verhaeltnis nicht mehr allzu rosig ist und ich ausserdem unter akutem Geldmangel leide, unfrei. Unfrei bedeutet etwas aehnliches wie Nachnahme nur ohne den Warenwert => Der Empfaenger zahlt das Porto. Ich weiss jetzt zwar nicht ganz, ob dafuer 12EUR gerechtfertigt sind (zumal die Ausmasse des Pakets das Porto fuer ein Paeckchen gerechtfertigt haetten), aber das steht hier gar nicht zur Debatte.
Zwei Wochen spaeter jedenfalls habe ich eine von diesen kleinen, lustigen, orangen Kaertchen im Briefkasten. Ich dackel also nachmittags zur Post, weil ich auf ein Care-Paket hoffte, aber nein, es war das Paket an meine Ex, das angeblich nicht zugestellt werden konnte. Jetzt ist es natuerlich nicht so, dass ich dann das Paket einfach von der Post mit nach Hause nehme. Nein. Jetzt will die Post von mir natuerlich das Porto, was ich widerrum nicht einsehe. Also behaelt die Schalterangestellte das Paket aber nicht ohne mir den Hinweis zu geben, dass die Post das Geld so oder so von mir einfordern wird.
Dieser Tag kam 4 Wochen spaeter. Zusammen mit einer Forderung ueber 40EUR und ein paar Cent. Persoenlich finde ich ja 28EUR Lager- und Bearbeitungskosten schon ein bisschen heftig. Aber noch lustiger fand ich die Begruendung, warum man angeblich das Paket nicht zustellen konnte:
Im oberen Teil des Schreibens wurde vermutet, dass der Empfaenger die Annahme verweigert haette, im unteren Teil stand dann aber, dass man zwar in der Lage gewesen sei, den Namen des Empfaengers zu entziffern, allerdings nicht seine Adresse.
Jetzt stellt sich mir spontan die Frage: Leiden die Leute bei der Post unter selektiven Wahrnehmungsstoerungen, dass sie meine komplette Anschrift und den Empfaenger, nicht aber seine Adresse entziffern koennen? Denn *so* schlecht ist meine Handschrift nun auch wieder nicht. Ob dieser Unfaehigkeit habe ich das Schreiben und den Zahlschein im Affekt zerrissen. Zahlen haette ich eh nicht koennen (siehe vorheriges Blog).
Ich warte (mal wieder) erstmal ab, was da noch kommt.

Schweinchen Schlau, a.k.a. Deutsche Bahn.
Was soll ich zu einem Verein sagen, dessen Vorstandsvorsitzender bei Strecken ueber 500km lieber zum Flugzeug als zu den Diensten seiner Firma greift, weil letztere unzumutbar seien?
Was soll ich zu einem Verkehrsbetrieb sagen, der nicht in der Lage ist, seine Zuege sinnvoll zu planen, so dass sie unter der Woche nicht komplett leer, dafuer aber Freitags zu 80% ueberbelegt fahren, sodass Fahrgaeste, die eine Reservierung fuer die 1. Klasse nicht mehr zu ihrem Abteil kommen?
Was soll ich zu einem Unternehmen sagen, die einem ein Abo ihrer Rabattkarte foermlich aufdraengen ohne, dass man sich wehren kann? (OK, da bin ich noch recht gut bei weggekommen)
Was soll ich von einem Verkehrstraeger halten, der, ohne Rabattmarke, teurer ist als mein Spritschlucker, wenn ich ihn *alleine* fahre, ganz zu schweigen mit mehrere Personen (nein, jetzt soll mir bitte keiner mit Sachen wie Steuer und Versicherung ankommen, das sind Fixkosten, die auch anfallen, wenn ich das Auto nicht fahre)? Von der fehlenden Flexibilitaet will ich gar nicht anfangen. Wer schonmal einen Kasten Bier mit der Bahn quer durch Deutschland transportieren musste, weiss, wovon ich rede :o)
Was soll ich von einem Reiseunternehmen halten, dessen modernste Befoerderungsmittel (ICE 3) in Sachen Komfort und Platzangebot mit einer Sardinendose konkurriert?
Richtig: Nichts.
Wenn ich jetzt auch noch von der Diskussion Transrapid vs. ICE anfinge, wuerde ich morgen noch an diesem Eintrag sitzen, deswegen soll es das hiermit erstmal gewesen sein.

Bis zum naechsten Mal,

der boese Wolf

...

Gepostet am: 07.04.2005, 09:01 Uhr

Ja, genau so fuehl ich mich im Moment. Von gaehnender Leere erfuellt. Warum das so ist?
Vielleicht, weil ich Blut spenden war. Hmm... nee. Das hatte bisher auch keinen negativen Einfluss auf meine Gemuetslage. Ganz im Gegenteil. Wenn man eine gute Tat vollbracht hat (und ausserdem das Portemonnaie nicht mehr ganz so leer ist), sollte man sich eigentlich besser fuehlen.
Vielleicht, weil sich das Wetter noch nicht so wirklich entscheiden kann (was, bei einem Blick auf den Kalender, auch nicht weiter verwunderlich ist). Ja, das koennte schon dazu beitragen, da meine Hypophyse immernoch keinen Anreiz hat, den Serotonin-Haushalt ein bisschen anzukurbeln. Die Winterdepression laesst gruessen (BTW, bietet hier jemand einen Job in sonnigen Gefilden an?).
Der Blick aufs Konto... ja, das ist nun wirklich deprimierend. Da ist man immer vorbildlich, zahlt puenktlich seine Miete (man will ja den unvermeidlichen Aerger mit den Vermietern so lange wie moeglich hinausschieben), und sonstige Rechnungen und muss dann feststellen, dass man noch wahnsinnige 20EUR fuer den Rest des Monats und einen nahezu leeren Vorratsschrank hat. Das Leben ist so ungerecht. Aber im naechsten Monat! Da wird alles besser! (Wie lange rede ich mir das jetzt schon ein?)
Ausserdem wird es langsam Zeit, dass ich meinen studentischen Pflichten nachkomme - habe ich da jemanden lachen gehoert? - und die eine oder andere Langzeitaufgabe in Angriff nehme. Und *das* ist nun wirklich depressionsfoerdernd. Es gibt nichts langweiligeres, als fuer jemanden anderen ("Ihr lernt fuer's Leben, nicht fuer die Schule!" Jaja...) langwierige Recherchen im Netz durchzufuehren, Buecher zu waelzen und tatsaechlich noch etwas sinnvolles auf Papier zu bannen. Wie? Programmentwuerfe? Oh Mann! Noch mehr Buecher waelzen und versuchen, etwas Lauffaehiges auf den Monitor zu zaubern. Das kann doch eigentlich gar nix werden.
Aber noch ist ja nicht alles verloren. Angenommen, ich ueberlebe diesen Monat (ohne den Hungertod gestorben zu sein oder so...) und ich schaffe es tatsaechlich noch, das Semester halbwegs unbeschadet zu ueberstehen (im Sinne von durchkommen), dann hat das ja alles bald ein Ende.

Ha! Und ich waere nicht ich, wenn ich mich durch sowas von den angenehmen Dingen des Lebens ablenken lassen wuerde: Am 13.4. spielen Archive in Stuttgart in der Roehre und eigentlich hab ich mir fest vorgenommen, da hinzugehen. Wer will mit? Wer will mich sponsorn? ;-)

So, jetzt geht's mir schon ein bisschen besser und ich kann mich wieder in die droege Arbeit stuerzen. Jippie! (Ich sollte oefter bloggen...)

Wieder besten Dank an alle, die bis hierhin durchgehalten haben.

Sommerzeit!

Gepostet am: 29.03.2005, 07:33 Uhr

Oder wie der anglophile sagen wuerde: Daylight Savings Time. Es ist wieder so weit. Die Sonne geht spaeter auf, man kann laenger schlafen. Zumindest wenn man es auf die Uhrzeit bezieht. Ich fand es die letzten Tage ganz schoen graesslich, schon um 7:00 von der Sonne geweckt zu werden, wenn ich doch eigentlich haette ausschlafen koennen.
Aber wie heisst es so schoen? The early bird gets the worm (ja, ich weiss, the second mouse gets the cheese, aber wo kaemen wir denn hin, wenn keiner vorginge um nachzuschauen, wo wir hinkaemen, wenn wir hingingen?).
Zu allem Ueberfluss bin ich nicht nur aufgrund der Sommerzeit schon eine Stunde frueher aufgestanden, nein!, ich war heut generell schon zwei Stunden frueher wach als sonst, also insgesamt eigentlich drei Stunden. Eigentlich wollte ich mich nochmal umdrehen und weiterschlafen (wie man das halt so macht, wenn man mitten in der Nacht mal aufwacht), aber da ich feststellen musste, dass die Musik schon aus war (es gibt nichts schoeneres, als bei chilliger, elektronischer, surrealer Musik im Halbschlaf zu daemmern), musste ich doch gleich nochmal meine Playlist anschmeissen. Dabei blieb mir natuerlich nicht verborgen, dass der Wecker 15 Minuten spaeter eh geklingelt haette.
Ich kann echt nicht nachvollziehen, dass so viele Menschen Probleme mit der Zeitumstellung haben. Leute! Nutzt den Tag! Die Tage werden schneller wieder kuerzer als Euch lieb ist!
Ja, ich weiss, ich als Fruehaufsteher und morgendliches Energiebuendel hab da gut Reden.

Das einzige, das im Moment meine Laune runterbringen kann - ok, die *beiden* einzigen Sachen - sind das Bewusstsein, dass ich schlicht und einfach zu wenig fuer's Studium mache (was mich letztendlich aber trotzdem noch ruhig schlafen laesst) und dass ich die Gunst der Stunde (sprich: den Fruehling und den Sommer) gar nicht richtig nutzen kann, weil mein Auto immernoch eingemottet in einer Garage am aeussersten Ende der Republik steht. Es gibt doch (fast) nix Schoeneres, als bei Sonnenschein mit guter Musik und offenen Fenstern durch die Lande zu cruisen.
OK, zugegeben, bisher war das Wetter selten so oft so gut, dass man das wirklich in Betracht haette ziehen koennen, aber es wird gut! Naja, naechstes Jahr um die Zeit. Wenn dann endlich das Studium rum ist und ich meine ersten brauchbaren Gehaelter kassiert habe, dann, ja dann...

So, um jetzt nochmal zu Pet Peeve #1 zu kommen: Ich hab noch eine halbe Stunde. Dann muss ich los. Oder doch nicht? Ach, ich werde einfach mal hingehen. Ob ich nun zuhause nix mache oder in der Vorlesung, das bleibt sich doch eigentlich irgendwie gleich. Auf alle Faelle werde ich mir jetzt noch schnell einen Cappuccino machen. Ja! Einen richtigen! So mit Espresso und aufgeschaeumter Milch. Neee. Kein loesliches Zeug. Hab ich zwar auch noch welchen rumstehen, den nehm ich aber nur, wenn ich zu faul bin und mir gleich eine ganze Kanne mache. Da geht einmal den Wasserkocher anschmeissen doch wesentlich schneller als ca. 5x Espresso und aufgeschaeumte Milch zuzubereiten. Zumal das eigentlich auch Frevel waere.
OK, ich seh schon, ich quatsch Euch das Ohr ab. Bin dann erstmal schnell in der Kueche.
Bis gleich!
[...]
So, da bin ich wieder und ich musste feststellen, dass ich keine fettarme Milch mehr habe. Ich hab generell nur noch eine ungeoeffnete Packung im Schrank stehen. Das ist kein akzeptabler Zustand!
Warum fettarme Milch? Das ist ganz einfach: Vollmilch macht nur Milchschaum. Aber fettarme Milch - die bringt den Loeffel zum stehen! Und da ich (noch) nicht auf meine Linie achten muss - d.h.: eigentlich schon. Naemlich dass ich nicht vom Fleisch falle - hab ich eben noch Vollmilch im Haus.
Eigentlich ist mir vorhin unter der Dusche noch so viel eingefallen, was ich festhalten wollte (ausser dem Duschbad), aber irgendwie ist die Haelfte schon wieder entwischt (das Duschbad natuerlich nicht).
Naja, da mir jetzt eh nix mehr einfaellt, ich in 10 Minuten los muss und meine Tasse noch voll ist, werde ich fuer heute schliessen.

Fruehlingsgefuehle?

Gepostetet am: 21.03.2005, 19:38 Uhr

Es ist endlich wieder so weit. Der Fruehling hat uns (scheinbar) fest im Griff, draussen herrschen t-shirt-freundliche Temperaturen und ich musste mir doch tatsaechlich einen Kuehlschrank besorgen, weil die Temperaturen in meiner Kueche ueber 8 Grad gestiegen sind (hey, lacht nicht, fuer jemanden, der im Winter seinen Atem in der Wohnung kondensieren sieht, ist das eine Sensation!). Da faellt mir grad ein, dass ich vielleicht mal ICQ anmachen und nachschauen koennte, was die Waschmaschinenfront sagt (die fehlt mir naemlich auch noch).
Auch sonst scheint so langsam alles wieder bergauf zu gehen. Freitag kam doch tatsaechlich ein Brief von meinem Steuerberater ins Haus geflattert, dass ich noch eine angenehme Summe vom Finanzamt wiederbekommen wuerde (das Tolle war: das Geld war vor dem Bescheid auf dem Konto. Respekt, Jungs!).
Als waere das nicht genug, habe ich Donnerstag auch noch einen Brief vom Amtsgericht bekommen, in dem drinstand, dass meine Ex-Vermieterin (oder besser: Ihr Anwalt) den Einspruch gegen meine Klage zurueckgezogen haetten. D.h. ich bekomme (nach fast einem Jahr) auch endlich meine Kaution zurueck.
Und zu allem Ueberfluss bin ich auch ein Semester weiter. Dann kann ja eigentlich gar nicht mehr viel verkehrt gehen. Im Moment fuehl ich mich wie der Charmin-Baer (nur ohne dem Klopapier am Arsch).
So, die Sonne scheint wieder und ich lass mich ueberraschen, was die Osterwoche bringt.

Fruehjahrsdepressionen

Gepostet am: 13.03.2005, 09:56 Uhr

Es ist der 13. Maerz. Wir befinden uns auf der Haelfte des Weges zwischen meteorologischem und kalendarischem Fruehlingsanfang. Warum merke ich davon nur nix?
OK, der letzte Donnerstag war schon mal ein guter Anfang. Hohe einstellige Pluswerte auf dem Thermometer, strahlender Sonnenschein getauter Schnee - optimale Bedingungen fuer einen Spaziergang auf der Koenigsstrasse in Stuttgart.
Kaum zuhause angekommen, hatte mich aber der triste, graue Alltag wieder:
Irgendwie hatte sich ein Brief meiner Hausverwalterin in meinen Briefkasten verirrt, in dem sie mir im Auftrag der Blutsau^WVermieterin die Schornsteinfegerkosten aufs Auge drueckt. Es ist ja nicht so, dass sie wissen, dass ich im Moment etwas knapp bei Kasse bin, weil ich zusaetzlich zur Miete auch noch Kaution abdruecken muss, was zusammengenommen schon mein Monatsgehalt darstellt. Nein, da wird dann halt einfach mal der Nebenkosten-Paragraph im Mietvertrag so weit ausgelegt, dass sich die Vermieterin wie schon so oft aus der Verantwortung stiehlt.
Als waere das nicht genug, kam gestern auch schon die Mahnung von meinem (und Eurem bestimmt teilweise auch) freundlichen Energieversorger ins Haus geflattert und ich hab rausgefunden, dass ich eine Nachpruefung versemmelt habe.
Gut, teilweise bin ich an letzterem auch selbst dran schuld. Warum muss ich es mir auch grundsaetzlich mit Lehrern/Vorgesetzten/Dozenten verscherzen? Und warum bin ich keines dieser Zombies, die sich hinsetzen und zig Seiten sinnlosen Stuss auswendig lernen koennen?
Andererseits faende ich, sollte man die Situation dazu nutzen, ein unliebsames Subjekt loszuwerden, den Zeitpunkt mehr als unpassend: Ein halbes Jahr vor dem Diplom trifft sowas ziemlich hart, zumal man mehr als genug Gelegenheiten hatte, mich vorher auszusortieren.
Oder versucht man mich noch zu erziehen? Versucht man mir insgeheim so etwas wie Ehrgeiz anzutrainieren? Oder gar *schauder* - ich wage es nicht, es auszusprechen - Obrigkeitshoerigkeit?
Egal, das Leben wird schon weitergehen. Wie ging der Spruch doch gleich? "If you're not living on the edge, you're taking up too much space." Eines anderen Messers Schneide waere mir aber irgendwie lieber.
Tja, so bleibt mir im Moment nur die Flucht in die Virtualitaet und die Hoffnung, dass sich alles irgendwie wieder einrenkt.

Touch & Go

Es ist angerichtet. Meine erste Amtshandlung als frischgebackener Blogspotter wird jetzt wohl erstmal darinliegen, das letzte 3/4 Jahr zu migrieren, damit dem Leser nicht zu langweilig wird...